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#rp13 Nachlese. Open Journalism. Machen wir das nicht alle schon irgendwie?


Tolle Sache. Die Übersicht mit den verlinkten YouTube-Aufzeichnungen. Klasse. Nächstes Jahr werde ich nur noch networken, und inhaltlich einfach alles nachschauen. ;)
Wie z.B. den Vortrag von Daniel Bröckerhoff. Der als @doktordab twittert. Auch mal schaun?

Da zählt er ganz zu Anfang 10 Grundsätze von Open Journalism auf (die er von @alanrusbridger hat). Die ich hier mal in Kürze und eigenen Worten wiedergeben mag. Und sogleich kommentieren, dass wir das doch in der Art eh’ schon alle machen. So als Blogger. Heisst das, wir sind alle Open Journalists, nur dass uns keiner dafür bezahlt? Der einzige Unterschied also der des Vergütetwerdens?

10 Grundsätze

#1 – Kommentare/Feedback sind gewollt.

Ich bin mir gar nicht so schlüssig, was ich lieber mag. Viele Zugriffe auf meinen Blog (und auch hier wieder… ist es besser, man hat weniger Menschen, die draufgehen… aber gleich mehrere Posts durchlesen?) oder aber viele Kommentare. Ich schreibe hier “oder aber”, da beides nach meiner Erfahrung selten zusammenkommt. Unter dem an einem Tage meist gelesen Post von mir (der hier – zu Twitter) finden sich kaum Kommentare, nämlich gerade mal elf. In Kurz: Kommentare sind i.d.R. durchaus gewünscht von Bloggern, insbesondere von mir. Gerade auch solche, die nicht konform gehen mit dem zuvor von mir verbratenen. Ein bisschen empfindlich bin ich höchstens in punkto Tonalität.

#2 – Gegenseitiges (statt enseitiges) Publizieren

Das Publizieren ist als Blogger ohnehin meist Gegenseitiges, denn woher sollte man seine Inspiration erhalten, denn aus dem Netz? Wir haben keine Auftraggeber, keine Themengeber, also nimmt man, was einem a) unterkommt, b) relevant erscheint, c) verlinkbar ist.

#3 – Wir veröffentlichen Zwischenergebnisse

Oder alles ist beta. Alles sind Zwischenergebnisse. Wenn ich Endergebnisse in meinem Fachgebiet veröffentlichen wollte, so würde ich das in Form von wissenschaftlichen Artikeln tun. Zwischenergebnisse auch deshalb, weil die meisten von uns Aspekte thematisieren, die uns beschäftigen, über die wir noch nicht zu Ende gedacht haben. Oder über Themen, bei denen kein Ende abzusehen (wie z.B. den MOOCs).

#4 – Wir sind Teil eines Community-Building-Prozesses

Natürlich sind wir Teil einer Community. Ich der Edu-Community. Wäre ich das nicht, hätte ich ja keinerlei Leser. Außer vielleicht derjenigen, die es via Google auf mein Bloglein spühlt. Nach den Suchworten jedoch zu urteilen über die die hier gelandet sind (die die mir WordPress anzeigt) bezweifle ich allerdings stark, ob die wirklich finden was sie suchen. ;)

#5 – Wir sind (über Verlinkungen) ins Internet eingebunden

Und das mehrererlei. Einmal z.B. über die Blogroll, auf die ich an dieser Stelle mal hinweisen will (solange ich sie noch habe. ;) ). Über die Inspirationen, aufgrund derer wir schreiben, wie ich z.B. hier über ein YouTube-Video. Über die Quellenangaben und sonstigen Verlinkungen, die wir in unsere Texte einbauen. Wie z.B. oben auf die Twitter-Accounts des Vortragenden und demjenigen, auf der sich ersterer mit seinen 10 Grundsätzen bezieht. (Was allerdings ja auch wieder eine Art Quellenangabe darstellt.)

#6 – Wir sammeln, fassen zusammen, kommentieren Werke anderer

Wie hier mit diesem Artikel ja getan. Im Grunde gebe ich bestimmte Aspekte des Gesagten wieder, jedoch nich in wörtlicher Rede sondern in meine ureigenen Worten (und verändere damit z.T. die Information) und erweitere/kommentiere bestimmte Aspekte gleichzeitig, wie z.B. die Grundsätze von Open Journalism auf unsere Art des Publizierens als Blogger zu beziehen.

#7 – Wir wissen, dass wir nicht die Einzigen sind, die Ahnung von was haben

Denn wenn wir das nicht wüssten, wären wir größenwahnsinnig,… oder aber in Vorstandsetagen bzw. gleichwertigen Positionen tätig. Anstatt abends und wochenends zu bloggen. ;)

#8 – Wir stellen Unterschiede dar, aber auch Gemeinsamkeiten her

Bestes Beispiel die Diskussionen (hier und anderorts in Blogs) zu xMOOCs und cMOOCs, was die Unterschiede zwischen denen sind, aber auch Einigungsprozesse darüber, welche wir nun gut finden, was wir – als Community – supporten wollen, ob wir Begriffs-Capturing bein amerikanischen Elite-Universitäten aus Marketing-Zwecken unterstellen… und und und.

#9 – Zu Publizieren ist der Anfang, nicht das Ende eines Prozesses

Denn erst wenn ich überhaupt etwas veröffentliche, mache ich ja eine Diskussion, einen Austausch über die Thematik möglich.

#10 – Korrigierte Fehler und Weiterentwicklungen sind nachvollziehbar

Verpönt ist es in der Tat, einmal Publiziertes in einem Artikel im Nachhinein abzuändern. Dies insbesondere deshalb, da zu einem späteren Zeitpunkt dann die Kommentare zum Text oben nicht mehr passen. Wann ich es tue? Wenn es um Tippfehler geht. Die bessere ich gnadenlos und ohne Kennzeichnung aus. Inhaltliche Ergänzungen oder Richtigstellungen mache ich (was aber ganz ganz selten ist, da ich Ergänzungen z.B. ja auch über eigenen Kommentar hinzufügen kann) kenntlich, neuerdins sogar mit Datum.

Wenn also schon die Grundsätze die gleichen sind, nach denen wir als Blogger vorgehen wie diejenigen von Open Journalists, dann sind doch wahrscheinlich auch die Vorteile und die Risiken die gleichen, oder? Schaun wir mal.

Chancen, z.B.

#1 – Echte Menschen als Gesprächspartner

Erstaunlich fand ich während des Vortrages, dass sich Journalisten in Ihrem Alltag oft Ordnern/Unterlagen/Geschriebenem gegenüber konfrontiert sähen, an echte Menschen heranzukommen eine echte Herausforderung sei. Man gehe dann über Freunde, Freunde von Freunden. Hier kann eine gute Community reichhaltig Hilfe bieten, Stimmen/Perspektiven von echten Menschen zu bekommen. In dem Moment wurde mir erneut klar, wie wertvoll ihr eigentlich für mich seid. Ihr seid echt. Nicht nur Text. Zwischen Ordnerdeckeln.

#2 – Quellen können offengelegt werden

Einfach durch Verlinken. Mit Büchern geht’s schon schwieriger. Aber die kann man ja – wie im wissenschaftlichen Bereich üblich – auch einfach zitieren. Macht nur ein bisschen mehr Arbeit. Und ist für den Rezipienten – also Dich – schwerlicher zu überprüfen/einzusehen. Wenn man nicht gerade eine gut ausgestattete Bibliothek in der Nachbarschaft hat. Von daher ziehe ich mittlerweile das Verlinken vor.

#3 – Qualitätssicherung

Insbesondere Tippfehler, sonstige Schreib- und Formulierungsfehler werden mir immer mal wieder – meist via eMail, weil ihr so höflich seid – mitgeteilt. Die bessere ich dann immer gleich aus. Mal ein ganz ganz herzliches Dankeschön an euch, die ihr es schon gelegentlich getan habt. Das weiß ich sehr zu schätzen. Denn auch eine korrekte Rechtschreibung, nicht nur die Formulierungen, lässt einen einen Text lieber lesen.

#4 – Persönlichkeit und Lernen kommt mehr in den Vordergrund

Texte werden, ja, vielleicht auch subjektiver. Aber dadurch, dass man weiß, wer den Text geschrieben hat, wie der dazu kam, diese Position einzunehmen die er gerade einnimmt, gibt ja weitere Hintergrundinformation, die einem das Textverständnis erleichtert. Oder geht’s nur mir so?

Nachteile, z.B.

#1 – Zeitaufwand

Das Bewegen im Internet kostet Zeit. Ihr kostet Zeit, euch zu lesen und zu verfolgen. Diesen Artikel zu schreiben, mir Gedanken zum Thema zu machen, … kostet mich mittlerweile etwa 2 Stunden Zeit. In denen ich besser ein Buch zum Thema Open Journalism gelesen hätte?

#2 – Verzettelung

Manchmal ist es in der Tat nicht ganz einfach. Sich zu fokussieren auf wenige Themen, die ich wirklich weiterverfolgen möchte. Lernen und Kommunikation sind breite Felder, allein schon beim Thema MOOC ist die Literatur, die tagtäglich via Weblinks alleine über Twitter hereinkommt (auch sehr viel englischsprachiges), (für mich) nicht zu rezipieren.

Und dann auch noch weitere Felder, in die ich mich gerne vertieft hineinlese und -höre. Schreiben in Digitalien. Kommunikation via Soziale Medien. Was ja auch schon wieder richtig breite Felder sind, in denen Beschränkung Not tut.

#3 – Kommt evtl. beim Arbeitgeber nicht gut an

Zumindest wenn man es während der Arbeit täte. ;)

Fazit

Im Grunde fühlt sich der Vortrag nach nicht neu an, da er das für Journalisten fordert, was wir hier im Netz ja ohnehin schon leben. Aber was mich wundert ist, dass Journalismus dann i.d.R. so anders zu funktionieren scheint. Ganz anders, als ich mir das vorgestellt habe.

Eure mons7 (Monika E. König) die gerne für und mit euch schreibt. Und sich fragt, ob sie sich jetzt Open Journalist nennen soll? ;)

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2012 in review


Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

4.329 Filme wurden beim Cannes Film Festival 2012 eingereicht. Dieses Blog hatte 22.000 Besucher in 2012. Wenn jeder Besucher ein Film wäre, dann würde dieses Blog 5 Film Festivals füllen

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

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Bloggen, twittern, lesend recherchieren…. lohnt der ganze Aufwand überhaupt?


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Kürzlich in fröhlicher Runde beim Sonntags-Kaffee. Jeder erzählt aus seinem Leben, was ihn so betrifft, betroffen macht, beschäftigt und erfreut hat, die vergangenen Tage. Ich erzähle – wer mag mir’s verdenken – von euch. Von #howtomooc, dem #mmc13 und meinen sonstigen virtuellen Freu(n)den. Es dauert nicht lange, bevor die Frage aufkommt, was ich daran (an euch) denn verdiene. Wo ich doch soviel Arbeit in meine Online-Aktivität stecke.
Die Antwort ist schnell gegeben: Nix.

Die Frage *dahinter* bleibt jedoch.

Warum tue ich das?

Wenn es kein Geld ist, warum tue ich das? Ist es eine Frage der Ehre? Der Spass, ein sonstiger Vorteil für derzeitige oder zuküftige Erwerbsarbeit? Obwohl man sich selbst da nicht immer zur Gänze durchblickt, versuche ich einen Einblick in meine ureignen Motivationen zu geben. Dies insbesondere dehalb (Motivation für Offenlegung meiner Motivation ;) ) um die eurige in Erfahrung zu bringen.

Alles für die Ehre

Oder Neuhochdeutsch: Im Namen der Reputation. Ich freue mich außerordentlich, so jemandem mein Name einfällt, wenn es z.B. darum geht ein Lehr-Lern-Szenario zu entwickeln, das Microblogging einbezieht, um öffentliches Lernen zu praktizieren, … oder um Lernen im Rahmen von MOOCs.

Wobei die Ehre nicht der erste und bei weitem nicht einzige (An-)Treiber.

Einfach weil es Freude macht

Aber das darf man ja eigentlich gar nicht zugeben. Dennoch und kurzum, es ist genau so und das: Es macht mir Freude, Quellen zum Thema Lernen, Bildung, Hochschule und Weiterbildung im Internet ausfindig zu machen, zu lesen, zu rezipieren, zu kommentieren …und auch noch kommentierend weiterzuverbreiten. Es bereitet mir große Freude, mich über diese Inhalte auszutauschen und zu streiten. Und ich mag es, begründet durch diese Funde, Text und Nachdenkereien in Form von Blogposts zu verfassen, die wiederum Grundlage für ein Weiterdenken und -suchen sind. Sozusagen Belohnung im Hier und Jetzt, auf persönlichste Art. Und/aber was ist mit dem Business?

Boost für aktuelle Arbeit

Twitter ist jedoch dadurch mitnichten reine Zeitverschwendung, sondern gibt mir mehr als zu einer Gelegenheit einen Boost an meinem derzeitigen Arbeitsplatz.
Beispiele gefällig?

  • Habe ich eine spontane Moodle-Frage, so poste ich diese in 140-Zeichen mit einem #followerpower dahinter (anstatt stundenlang Foren und FAQs zu durchforsten). Dann lehne mich zurück und widme mich einer anderen Aufgabe. Meist schon 10 Minuten später wird mir die Antwort bequem via @reply angeliefert, ganz oft noch mit einem entsprechenden Link in ein Forum hinein oder zur entsprechenden Antwort zur FAQ.
    An dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön an alle hilfreichen Moodle-Experten in meiner Timeline. Ich weiss euch und eure Hilfestellungen sehr zu schätzen.
  • Die neue Version von Moodle (und deren Tücken) war mir schon vor Einführung bekannt, da in der Timeline erwähnt, diskutiert, Lösungen und Work-arounds dafür gefunden.
  • Über Twitter halte ich mich auf dem Laufenden über Neuigkeiten und Bewegung in der Hochschullandschaft (und nicht nur der) zu didaktischen Innovationen (oder es sind eher Versuche, die zu solchen auswachsen können).
  • Für meinen Job relevante Veranstaltungen kann ich nicht mehr verpassen. Sie poppen zum Anmeldezeitrahmen in der Timeline auf… und dann wieder kurz vorher, wenn die jeweilige Veranstaltung ansteht.
  • … und vieles mehr.

Training für zukünftige Arbeit

Nichts ist für ewig, auch Stellen im öffentlichen Dienst sind zur Zeit befristet. Da lohnt es sich zwar nicht Wissen auf Halde zu schaffen, aber bestimmte … nennt man das Kompetenzen? ;) – zu entwickeln, die – und zwar egal wo man landet – von Vorteil sind. Was ich von/über/durch euch lerne, was mir für meine zukünftige Arbeit von nutzen sein wird. Und fürs Leben an sich und überhaupt.

  • Andere Perspektiven gelten und sich von diesen anregen lassen.
  • Aus einer Fülle von Angeboten und Anfragen die “Richtigen” mit traumwandlerischer Sicherheit herausfischen.
  • Mit Menschen (im firmeneigenen, aber auch übergreifenden Netzwerk) gemeinsam ein “Projekt” wuppen können.
  • Am Puls der Zeit des eigenen Fachgebietes bleiben und diskursiv beurteilen können, ob für den jeweiligen AG lohnend – oder eher nicht. Apropos Puls.

Im (Flow des) Lernen(s) bleiben

Lese ich im Buch oder Internet (oder der ct) über ein Thema, erfahre ich in gewisser Weise Neues, binde die neuen Infos im Idealfalle in mein zukünftiges Verhalten ein. Sie helfen mir z.B. Routinetätigkeiten anders anzugehen und diese damit effizienter abzuarbeiten. Oder servieren mir Ideen, wie diese gleich ganz überflüssig werden können. Der Effekt ist jedoch meiner Erfahrung nach tiefgreifender, so ich das Neue gar selbst produziere. Wie in Form eines Blogposts unter Einbezug und Verlinkung des zuvor recherchierten. Testet man das ganze dann auch noch an der (Online-)Realität aus, … und liest bei anderen über deren Experimente im und mit dem Netz, fängt das ganze wieder von vorne an. Frau kommt in einen Sog/Flow, … der hoffenlich in einer Spirale nach oben führt (oder aber uns alle in den Abgrund reißt. Aber das wäre noch auszutesten. ;) ).

Schreiben als Grundbedürfnis

Vielleicht ist es aber auch einfach nur so, dass Schreiben ein Grundbedürfnis von mir ist. Und würde ich nicht online schreiben, so täte ich es in einem kleinen verstaubten Tagebuch, verschlossen mit einem Schlösschen, das des Wortes Schloss nicht würdig ist (denn mein Motto ist auch offline open ;) ). Einfach nur, weil ich mich schriftlich mitteilen muss.

Und ihr? Warum tut ihr das? Dafür interessiert sich

Eure m

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Reales Sterben im Virtuellen – und unser Umgang damit


nur weg von der Straße - VIIBildquelle.

Mein Beitrag zur Blogparade “Tod und Trauer im Internet”

“Wie hat sich die Trauerarbeit durch und mit Social Media verändert?”

ist eine der Leitfragen im Rahmen der von Birgit Aurelia Janetzky und Jörg Eisfeld-Reschke initierten Blogparede zu Tod und Trauer im Internet. Ich habe mich zunächst. ein wenig geziert, eine alte Geschichte auszugraben, aus einer Zeit, als ich noch unter Pseudonym bloggte.

Zum Kontext

Meine ersten Gehversuche im Bloggen fanden auf einer (heute nicht mehr existierenden) Plattform namens diary-z statt. Im Grunde berichtete ich unter dem Namen Marianne (da ich die Marianne Rosenberger damals irgendwie toll fand) anekdotisch zu meinem Leben in der Großstadt, so als Landpomeranze. Viele andere Blogger und Bloggerinnen dort hatten andere Schwerpunkte, tendenziell waren auch diese aber eher persönlicher Natur. Im Grunde handelte es sich bei der Mehrzahl der Blogs um klassische Online-Tagebücher.

Zur Clique

Wie es anscheinend in allen Zusammenhängen dieser Art so ist, fand sich nach und nach ein gar illustres Trüppchen zusammen, das sich regelmäßig gegenseitig las und gegenseitig kommentierte. Ich muss sagen, gegenseitig mochte, bei zweien war sogar irgendwann Liebe im Spiel. Da gab es z.B. eine hoch dotierte Beraterin, die ihre Kindheit aufarbeitete, einen Ex-Lehrer-Ex-Alkoholiker mit Sammelleidenschaft, eine Mutter zweier Kinder die zwei Seelen in ihrer Brust hatte und einen liebenswerten Bayer, der gut kochen konnte. Aus dieser Gruppierung ist mir (immerhin) eine Freundin übrig geblieben, und eine Bekanntschaft, die wir auf Facebook hinübergerettet haben. Aber zum Punkt.

Zum Sterben

Viel bloggendes Mitglied unserer kleinen Gemeinschaft bloggt einige Tage nicht. Erste besorgte Anmerkungen und Nachfragen in Form von Kommentaren. Da der eine mit dem anderen schon telefoniert hatte, einige Adressen oder Real-Identitäten ausgetauscht hatten, fand sich eine andere, die mit Betroffenem schon in Kontakt war. Ein Anruf genügte. Betroffener war wenige Tage zuvor morgens nicht mehr aufgewacht. Ein eigentlich und im Grunde Tod, den man sich als schönen vorstellt. …

Zu unserem Umgang damit

Phase 1: Betroffenheit. Gefühlt einen Tag nach Bekanntgabe der Tatsache des Todes erst einmal keinerlei Reaktion. #schockstarre
Phase 2: Bearbeitung des Todesfalles in Kommentaren und Blogbeiträgen
Phase 3: Eröffnung eines eigenen Blogs auf der Plattform, in der jeder eine Art “Abschiedsbeitrag” veröffentlichen konnte, der eine Beziehung zu ihm hatte. Der Plan: Das Ausdrucken der Beiträge, das Abheften derselben und die Übergabe des Hefters an die Witwe des Verstorbenen.
Phase 4: Reale Übergabe direkt nach der Beerdigung und Bericht darüber im Abschiedsblog.

Die Quintessenz

Den einzigen Punkt, den ich mit dieser meiner Geschichte zur Blogparade beitragen möchte ist, das m.E. virtuelle Trauer sich ihren Weg in die physische Realität sucht, um anzukommen. Und wenn es der Weg über einen ausgedruckten Blog ist.

Einen besinnlichen Abend wünscht euch heute

Eure m

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Und? Wie war DEIN Tag so?


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Der Stein des Anstoßes.

Er atme das Internet, so @martingiesler einleitend über seinen Tag(esablauf). Fasziniert folge ich ihm an der Seite Zeile um Zeile Stunde um Stunde, bis er diesen beschließt: “Manchmal ist es dann beim Einschlafen ein komisches Gefühl, kein Internet mehr in der Hand zu haben. Aber spätestens, wenn ich morgens wieder aufwache, ist es ja wieder da. Das ist doch jetzt nicht so schlimm, oder?

Denn “Sharing is caring.”

Bevor ich mich traue mir den Gedanken zu machen, wie sehr sich mein Tag von dem seinen unterscheide (oder wie sehr sich diese ähneln?) poste ich den Link auf meiner Lieblingsplattform. Auf dem von mir wie eh’ und je stiefmütterlich behandelten G+ schiebe ich ihn hinterher. Einfach so. Um mein stiefmütterlich schlechtes Gewissen zu dämpfen. Oder weil “Sharing is caring”.

Erstaunlicherweise innert kurzer Weile auf beiden (!) Plattformen gleichartige Reaktion.

Die Antwort im (/des) Social Web

Der @stober_stephan auf Twitter.

Und ein “Irgendwie ist das traurig.” vom Daniel Spielmann auf G+.

Dieser kleine Kampf um die best zu lebende Alltagskultur zieht sich offensichtlich durch die ganze Gesellschaft, so wie der Artikel zu Offline-Sucht gerade seinen Siegeszug durch meine Timeline. “Sie bewegen sich durch die reale Welt, als wären sie dort geboren, kommunizieren “Face-to-Face” oder gehen “Analogsurfen”. Sie vernachlässigen Facebook-Freunde, verlieren ihr ganzes Geld in sogenannten “Läden” und sind oft nicht fähig, sich in Foren und Chats adäquat zu äußern: Die Rede ist von Offlinesüchtigen“, so der Appetizer. Aber ich lasse mich wegtreiben, vom eigentlichen Anlass. Dem typischen, meinem, Tagesablauf.

Und? Wie ist denn jetzt so mein 08/15-Tag?

Zumindest nicht wie mein heutiger. Beim Schreiben des Textes sitze ich (obwohl kurz vor 12) bei meiner kalt gewordenen Tasse (Frühstücks-)Kaffee. Draußen – gleich am Ufer des Jabelschen See, an dem ich vor mich hin urlaube – wütet ein Gewitter. Der Platzregen kümmert den Hund, gemütlich in ihr Körbchen positioniert gleich neben meinen Beinen, nicht eine Bohne. Sie fühlt sich wohl wie ich. Wir sind ja im Drinnen.

Drinnen spielt sich auch hauptsächlich mein sonstiger typischer Tagesablauf ab. Drinnen daheim. Und drinnen auf Arbeit. Zäsuren gibt es lediglich, so ich den Ort wechsle. Also in der Regel (leider und lediglich) zwei bis drei.

Phase 1: Vor der Arbeit ist Vorarbeit

Wach werden. (Gar keine so leichte Aufgabe für einen nicht Wach- sondern Nachtmenschen wie mich). Am zuverlässigsten mit einem halben Liter Kaffee, langsam eingeflöst. Twitter checken, um zu schaun, ob die Welt noch in Ordnung ist. E-Mails checken (nein, die sind wider mein Wunsch und Erwarten immer noch nicht tot), damit ich mich auf Arbeit traue. Wenn “Luft rein”, ab aufs Fahrrad. Der erste Ortswechsel.

Phase 2: Auf der Arbeit

Kaffee holen in der Mensa. Mein persönlicher Morgen-Luxus. Kurz Kolleginnen begrüßen. Losarbeiten. Jetzt hauptsächlich in geschlossenen Online-Räumen. Wie in unserem LMS. Im Backend unserers Typo3. Oder im Innern unseres noch nicht online gegangenen Alumni-Portals.

Twitter darf nur aus zwei Gründen konsultiert werden.

Erstens: Zur ultimativen Ausnutzung der #followerpower. Habe ich eine (Fach-)Frage (meist irgend was Techisches oder wie man eine Idee effizienter umsetzen könnte, als es mir auf den ersten Gedanke einfällt), die ich nicht schnell genug selbst recherchiert bekomme, frage ich die Timeline. Erst wenn von euch nichts weiter Verwertbares kommt, frage ich mich intern durch. Weil’s in der Regel so herum einfach schneller zur Lösung kommt.

Zweitens: Als Turbo-Motivator. Wenn ich mit der mir vorgenommenen Aufgabe in zwei Stunden durch bin, darf ich zur Belohnung die letzten 20 Tweets meiner Timeline konsumieren. Wenn ich schneller als das bin, einen Tweet absetzen. Funktioniert bei mir immer (noch). Es sind die kleinen Freuden, die mich zu Höchstleistungen anspornen! :) . Kleine Ortswechsel gibt’s für einen gelegentlichen Jour Fixe, eine Schulung hie und da, Treffen Auge-in-Auge. Großer Ortswechsel.

Phase 3: Nach der Arbeit.

Zuhause angelangt gebe ich mich dann hemmungslos meinem Online-Leben hin. Verfasse Blogbeiträge, setze @-replies in meine Timeline ab. Folge allen mir schmackhaft gemachten Links, die es tags nicht auf den Schirm zu mir geschafft haben. ODER. Ich treffe mich mit Kolleginnen zum Absacker im Größenwahn. Oder mit einem lieben Menschen einfach so. Purste Offline-Zeit. Kein Computer, kein Internet, kein Handy. Von Angesicht zu Angesicht. Aus vollem Herzen. Im Hier und Jetzt. Was manchmal ganz schön anstrengend ist. Bettzeit.

Und Deiner?

Die spontane Idee zu einer Blogparade, mit der ich ins Virtuelle fragen wollte, wie euer Tagesablauf so aussieht, habe ich so spontan verworfen, so spontan wie sie mir in den Sinn gekommen war. Dies deshalb, da ein detaillierter Ablaufplan eines Tages wohl eher einer der Aspekte im Leben eines Onliners ist, den der doch nicht so dezidiert offen legt/offen legen mag.

Darüber twittert und blogt man nicht!

Passend dazu der kleine Schlagabtausch zum Thema zwischen @dunkelmunkel, @Tastenspieler und dem @herrlarbig, der in bezeichnendem Tweet gipfelte.

Am nächsten Morgen dazu (relativierend) @damianduchamps.

Was ist schon “normal”?

Dennoch bleibt die Frage für mich im Raume, etwas allgemeiner gehalten doch durchaus in einem Kommentar beantwortbar? Wenn @martingiesler‘s Virtualisierung seines Lebens 9 von 10 Punkten darstellte, auf wie viele Punkte ist Dein Alltag “eingenordet”? Und noch wichtiger, wie beurteils Du die Intensität der Virtualisierung des eigenen Alltags in ihrer Auswirkung auf die je individuell gefühlte Lebensqualität?

Fragt sich und euch

m

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Blog-Stoff via #followerpower


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20.15. Die Zeit, zu der früher die Tagesschau aus war, … und ich mich am Freitag als Kind auf einen gemeinsamen Familienfernsehabend freute. Anscheinend haben mich diese (tief) geprägt, denn noch heute, Jahre später (Jahre ohne Fernseher), fühle ich es immer noch, wenn mein Blick zufällig die 20.15 Uhrzeit rechts oben auf meinem Bildschirm streift.

20.15 Film schauen ist nicht mehr, wahrscheinlich wäre auch die Auswahl größer dafür weniger ansprechend. (Vorurteil! Wissen tue ich es nicht.) Freude haben soll aber. Und was macht einer mons7 abends/nachtens Spaß? Genau. Nachtbloggen. Finger auf der Tastatur in Stellung gebracht. Über ein knackiges Thema nachgedacht.

Exkurs: Wie ich (normalerweise) zu meinen Themen komme

Entweder über einen Schreibanlass, der mich (zugegebener Weise) emotional anspricht; dabei kann es sich um eine Blogparade, ein aufregendes Erlebnis oder einen schlichten Tweet handeln. Und während andere Quellen davor warnen, genau aus einer solchen Emotionalität heraus in die Tasten zu greifen, kamen genau so meine (wenigen besten) Posts heraus. (Mit besten meine ich solche, die ich a) auch nach einem halben Jahr noch verstehe… und die b) entweder eine kontroverse Diskussion vom Zaun gebrochen haben, oder – aus mir z.T. unerfindlichen Gründen – immer wieder angeklickt werden. Also das Gefühl, dass ich mich nicht alleine und nur kurzfristig mit diesen Gedanken herumschlage.

Oder aber über ein Thema, das mich über einen längeren Zeitraum hin beschäftigt, und ich irgendwann einmal das Bedürfnis habe, den jetztigen Stand meiner Überlegungen dazu zu einem Beitrag zusammenzufassen, damit ich diesen dann als Grundlage des Weiterdenkens nutzen kann, … und nicht immer wieder Gedachtes dazu neu denken muss, sprich, ich versuche über das Ausschreiben meiner Gedanken auf die nächste Stufe der Durchdringung der Thematik zu gelangen. Ein Beispiel für ein solches Thema ist der Komplex “Work-Life-Balance” (oh wie ich dieses Wort leiden kann. Nicht) bzw. die (vermeintliche?) Abschaffung der Segmente beruflich vs. privat oder auch die Herstellung von Nähe und Distanz im Internet.

Gestern aber stand mir weder ein Anlass zur Verfügung, noch der Sinn nach einem “Konsolidierungsbeitrag”. Meine bis dato unbeweglich auf der Tastatur weilenden Finger wechselten deshalb klickenderweise zum nächsten Browsertab und formulierten einen Aufruf.

Ergebnis Themenfindung via #followerpower

(iiiih… da fehlt ja ein “i”… na ja, sei’s drum.) Die Antworten riefen bei mir wieder einmal Erstaunen darüber hervor, trotz, dass ich es doch schon einige Male erfahren habe. Erstaunen darüber,

1. dass Antworten auf Fragen auf der einen Plattform Antworten auf ganz anderen Plattformen (und Kommunikationswegen) evozieren.

Schicke ich mein Anliegen mit #followerpower in die Twitterwelt, so erwarte ich in der Regel Antworten… oder besser gesagt ich erwarte sie nicht, ich erhoffe welche… so erwarte ich in der Regel von der Form her @-replies. Bekommen tue ich aber … einen bunten Strauss, und dies nicht nur inhaltlicher Art (siehe zu 2), sondern eben vielmehr auch der Form nach. Das können Facebook-Nachrichten sein, Hinweise auf meiner Pinnwand dort, Google-Plus-Anmerkungen, Anrufe, Twitter-DMs… und ja, auch die eine oder andere @-reply. (Ist einiges davon nicht so, wie auf eine E-Mail einen Brief zu erhalten?)

Dieses ganze Social Web mutet mir mittlerweile an, wie ein einziger (sic!) Kommunikationsraum. ;)

2. dass die Vielzahl der Antworten nicht ins eigene Erwartungsmuster passt.

Ja. So muss sich wohl das verantwortliche Team von Henkel für den Pril-mein Stil-Wettbewerb gefühlt haben, als auf der Suche nach einem Limited-Edition-Cover das mit dem Hähnchen drauf auf Platz 1 gelandet war. Und so landeten auch in meiner bzw. meinen (siehe 1) Inbox/-en Vorschläge, die mir, nun ja… eher ferner liegen.

Aber vielleicht wäre ja gerade das ein genau “richtiges” Thema zum verbloggen. Aber jetzt konkret:

Meine Top 3, die mir thematisch eher nicht so liegen
Nr. 1 Politik und Wahlen
Nr. 2 Urheberrecht (darüber wird zur Zeit eh sehr viel geschrieben; ich könnte schwerlich Intelligenteres oder alternativ Dümmeres dazu schreibend produzieren, je nach eigener Positionierung ;) )
Nr. 3 Skurilles Ereignis aus dem Schüler- und Schülerinnenalltag

Meine Top 3, die mich thematisch spontan angezogen haben
Nr. 1 Social Web Pathologien
Nr. 2 Wie macht man einen Open Workshop?
Nr. 3

Und ich mache jetzt bestimmt keine Abstimmung, über was davon ich jetzt bloggen soll, denn dann gewänne am Ende noch…. die Politik und das Urheberrecht! ;)

Nein. Es wird…………. Überraschung! :)

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Vorgedanken zur #rp12 zu OpenScience; hier: Lehre – öffentlich –


Ich habe ja, so habt ihr sicherlich schon über die verschiedenen von mir “bespielten” Kanäle mitbekommen (weil ich SO stolz drauf bin) das Glück, Teil einer Session auf der re:publica sein zu dürfen, und zwar der zum Thema Open Science: Raus aus dem Elfenbeinturm! Forschung und Lehre zum Mitmachen (Track: re:learn). Die anderen “Mitspieler” sind Oliver Tacke – der Organisator des Ganzen, dann Matthias Fromm und last but not least der von mir hochgeschätzte Volkmar Langer. Matthias hat sich hier schon einmal Gedanken zu seiner Position gemacht, Oliver dort und Volkmar da, dem möchte ich nun in Bezug auf die meinige, hier insbesondere bezogen auf die Lehre, nachkommen.

Da ich für meinen Input ca. 10 Minuten zur Verfügung haben werde, muss ich mich kurz fassen und zügig auf den Punkt kommen. Was gibt es von meiner Seite aus zu sagen, über Lehre – öffentlich?

[Exkurs: Zur Begriffsverwendung/Begriffsdefinition wird es nochmals einen eigenen Post geben (müssen). Denn "open science" ist mehr als "öffentliche Lehre", dieser Aspekt des Ganzen ist jedoch jener, auf den ich mit meinem Input abzielen werde. ]

TEIL 1: Der derzeitige Inbegriff von öffentlicher Lehre für mich: der MOOC

Hm. Interessant wäre vorab zu wissen, wer alles weiss, was ein MOOC ist, von den Zuhörern/Zuhörerinnen und späteren Mitdiskutanten. Am liebste würde ich allen schon einmal vorab, die es nicht wissen, folgendes YouTube-Filmchen als Hausaufgabe aufgeben. (Ihr seht schon, an mir ist doch eine dieser verhärmten Lehrerinnen verloren gegangen ;) ).

Ein was? Ein MOOC? Das ultimative Erklär-Video

[OoU]

Alternativ in kurz und knapp von mir beschrieben

  • MOOC => Massive Open Online Course
  • kostet nix, frei zugänglich, online
  • Angebot des Veranstalters: Oberthema, Ablaufplan/Taktung, Inhaltsinput (Online Ressourcen), (teilw.) “technische Infrastruktur”
  • Aufgabe der Teilnehmer: Beziehungsaufbau, Weiterverarbeitung des Inputs und dadurch Generierung und Mitaufbau eines sozialen Lernraumes (Inhalte & Beziehung) oder frei nach Downes & Siemens bezogen auf das Tun: ORIENTIEREN -> ORDNEN -> BEITRAGEN -> TEILEN.

Zu theoretisch? …. Dann hier an einem konkreten Beispiel, dem #opco11.

Der #opco11 als ein Bespiel für einen MOOC

  • Veranstalter -> Uni Frankfurt (studium digitale) und weiterbildungsblog.de
  • Angebote des Veranstalters
    • Agenda
    • Inhaltsinput, siehe z.B. Lektürevorschläge für die Woche 2 hier
    • Online-Sessions (mittwochs) (via AdobeConnect), beispielhaft ebenso für die Woche 2 unter dem Punkt Online-Event
    • Montägliche Einstimmungs aufs Wochenthema via Blog-Post
    • Aggregation von entsprechend getaggten Blogbeiträgen und entsprechend getaggten Tweets, beispielhaft zu sehen hier
    • Freitäglicher Newsletter
  • Beipielhafte Aktivitäten der Teilnehmer hier (z.B. Twibbon, Etherpads, Tricider, Audioboo, Wiki,…)
  • Beispiele für sonstige Folgen und Nebenwirkungen: Freundschaften und Jobs.

TEIL 2: Blend: Der MOOC in der Wissenschaft (hier: der Lehre) am Beispiel des #ocwl11

Beim #ocwl11 handelt es sich nun um den Versuch eines Blending von MOOC und Universitätsseminar. Die gleichsam geniale Idee, die m.E. wesentlich zum Funktionieren beigetragen hat, war das Einführen der Rolle der “Paten”.

TEIL 3: Probleme? Nein. Aber Herausforderungen; oder auf wissenschaftlich: Antagonismen

Die Adaption eines MOOCs in das institutionelle Umfeld Universität war – gelinde gesprochen eine Herausforderung. Diese haben Johannes, Volkmar und ich in einem englischen Beitrag reflektiert; dieser befindet sich jedoch noch im Reviewverfahren, ich werde die URL jedoch sobald verfügbar an dieser Stelle nachreichen. Hier schon einmal vorab die fünf Antagonismen, die es im Laufe des Blends auszugleichen galt, in Englisch, wie der Originaltext.

  1. self-regulated vs. scripted learning
  2. creative chaos vs. need for structure
  3. established community of practice vs. time-limited learning group
  4. supposed digital natives vs. residents
  5. offline vs. online

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Bloggen vs. Schreiben in der und für die Wissenschaft


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Anlass meiner Überlegungen ist eine temporäre und partielle Schreibblockade. Ja. Auch das gibt es in meinem Leben.

Konkret
Ich hatte einen Abgabetermin für ein Buchkapitel (wissenschaftlich) und nicht rechtzeitig genug damit angefangen, dieses zu erstellen. Ein Tag vor der Deadline ereilte mich – ganz konkret – eine Schreibblockade. Ich öffnete immer und immer wieder das Dokument, kein Satz jedoch, nicht einmal ein Halbsatz fand seinen Weg über die Tastatur in dieses hinein. Nichts ungewöhnliches, mag der eine oder andere jetzt denken. Ungewöhnlich an der Situation jedoch war, dass ich in einem anderen “Tab” des Browsers mein Weblog geöffnet hatte, in das – ganz wie nebenbei – über jene Tastatur ein ganzer Artikel einfloss. Also doch keine Schreibblockade? Oder eine nicht nur temporäre, sondern partielle?

Deshalb
Gibt es einen so grundsätzlichen Unterschied zwischen dem Schreiben in der Wissenschaft und dem Schreiben für das eigene Weblog? Unterschiede ja, die gibt es, aber machen die den Unterschied? Kann man das eine wie das andere Schreiben erlernen? Oder gibt es Menschen, die eher für das eine oder das andere geeignet sind? Fragen über Fragen. Deshalb zunächst einmal ganz “basic”. Was sind die offensichtlichen Unterschiede?

Die Liste

Schreibstil 
flapsig vs. staubtrocken
Im Blog kann man einfach mal einen Text so … “hinrotzen”. Und man müsste Worte wie diese nicht mal zwangsweise in Anführungsstriche setzen. Bin ich in Jammerstimmung, kommt auch einmal der eine oder andere Jammertext dabei heraus. Bin ich wütend, raucht es im Blog. Emotionen erlaubt. Um diese wäre die entsprechende wissenschaftliche Ausarbeitung bereinigt. Was sie zwar nicht zwangsweise, aber doch meistens etwas trockener zum Lesen macht. Aber auch leichter zum rezipieren, denn stark emotional gefärbte Texte locken beim Gegenüber genau solche wieder heraus. Anstatt gut und lange überlegte Repliken.

Perspektive
(vorgegeben) objektiv vs. (vorgegeben) subjektiv
Vorgegeben habe ich mal hinzugefügt, weil ich schon recht objektive und abwägende Blog-Artikel gelesen habe… und wissenschaftliche Ausarbeitungen, die nur leidlich die ganz spezielle Haltung, die hinter den Ausführungen stand, verbergen konnten. Allgemein anerkannte Praxis ist jedoch, wissenschaftliche Ausarbeitungen als zumindest eher objektive Info zu betrachten, denn ein Blog-Post.

Veröffentlichungsfrequenz
spontan vs. überlegt abgesichert
Blog-Posts erhalten ihre spezielle Würze – zumindest bei bestimmten Anlässen – gerade durch ihre zeitnahe Veröffentlichung. Man muss sich nicht “absichern”, sprich mindestens drei weitere Quellen aufwarten, die ebensolches behaupten, was man selber gerade verbrät, da es genau solche Quellen eben noch gar nicht gibt/geben kann.
Bis man sich jedoch in einem wissenschaftlichen Artikel ausformuliert hat, sind mit Sicherheit mehr als drei Quellen zum fleißigen zitieren erhältlich, wahrscheinlich hinter einer Pay-Wall versteckt, was jedoch den bei einer wissenschaftlichen Institution beschäftigten Wissenschaftler nicht weiter stören muss, da diese ja zumeist freien Zugriff auf diese genießen können.

Zugesicherte Recherchetiefe
In meinem Blog sicher ich mal gar nix zu. Verfasse ich jedoch einen wissenschaftlichen Artikel, so verspreche ich gleichsam damit dem Leser/der Leserin, dass ich alle möglichen Artikel, Veröffentlichungen, Sammelbände und Grundlagenwerke zum Thema – zumindest – gesichtet habe. Das ist ein m.E. wirklicher Vorteil von wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Der Autor/die Autorin weiss aller Wahrcheinlichkeit – zumindest in theoretischer Art und Weise – von was er/sie spricht. Wenn er/sie sich auch (s. Veröffentlichungsfrequenz)  nicht allzu oft zu Wort meldet.

Humor(losigkeit)
Die ganze Last der Wissenschaft resultiert dann nun leider in einer gewissen Humorlosigkeit. Klar. Wenn ich nicht meine Gefühle ausschreiben darf, objektiv sein soll, meine Aussagen absichern, … das schließt doch schon Sprachspiele und Spielchen jedwelcher anderen Art aus. Humorlosigkeit in wissenchaftlichen Ausarbeitungen muss aber auch nicht per se schlecht sein. Immerhin kann man den (versuchten und verruchten) Humor dann schon nicht falsch verstehen. :)

Standardisierung
O.k. … was zur Folge hat, dass wissenschaftliche Beiträge sehr viel mehr standardisiert sind als Blog-Beiträge. Mit eben den dadurch entstehenden Vor- wie eben auch Nachteilen.

Mehr?
Damit nur her! ;)

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Edu-Sphäre trifft Blogo-Sphäre?


Bildquelle.

[für euch gelesen und kommentiert.]

Panke, S., Gaiser, B., & Maaß, S. (2012). Wenn Edusphäre und Blogosphäre sich treffen. Weblogs an Hochschulen zwischen Zitationskartell und Diskursrevolte. MedienPädagogik. Zeitschrift für Theorie und Praxis der Medienbildung, Themenheft Nr. 21: Partizipationschancen im Kulturraum Internet nutzen und gestalten – Das Beispiel Web 2.0. Abrufbar hier.

Zu mir hereingespült wurde der Artikel im Übrigen – Ehre wem Ehre gebührt – vom @jrobes mit diesem Tweet.

Um was geht’s?
Das Autorinnen-Trio hat anscheinend noch (viel) mehr vor, denn es soll sich bei den in der Veröffentlichung vorgestellten Ergebnissen nämlich zunächst um eine “Kartografie der Edublogosphäre” (S. 7) handeln. In diesem Rahmen soll (als Teil-/Unterfrage) auch herausgefunden werden, wie durchlässig die Szene ist, ob also auch Neulinge eine Chance haben, von der Community wahrgenommen und in diese aufgenommen zu werden. (ebd.) *spannend*

Zum Vorgehen
Dazu wurde im Netz recherchiert, E-Mail-Befragungen gestartet, Blog-Rolls ausgewertet und Skype-Interviews geführt.

Interessante Ergebnisse
Zunächst fand ich die Ergebnisse gar nicht sooo interessant. Aber wahrscheinlich sind sie genau deswegen um so stimmiger, da ich – gleichsam als Betroffene denke – “ja, ist doch eh’ klar, oder?” Wirken die Ergebnisse auf euch ebenso stimmig?
Bei der (subjektiven) Auswahl der Ergebnisse konzentriere ich mich auf jene zu Weblogs über Bildungsthemen (s. unter 1.), da ich Weblogs von E-Learning-Zentren meist als sterbenslangweilig empfinde (da diese auf mich immer so “reingewaschen von Persönlichkeit/entsubjektiviert” wirken) (Achtung: e-teaching.org halte ich dagegen, wahrscheinlich weil Nachrichten aus vielen Hochschulen aggregiert? für durchaus sehr interessant) und ich Blogfarm-Weblogs nicht wirklich rezipiere.

1. Was sind denn Edu-Blogs eigentlich?
Unter den Begriff Edu-Blogs werden im Artikel

  • Blogs in Lehr-Lern-Settings
  • Weblogs über Bildungsthemen (also wie meines) sowie
  • Blogs von Bildungseinrichtungen subsumiert. (S. 7)
2. Mit wem reden wir da eigentlich?
Wenn ich hier so tippe führe ich ja im Grunde ein kleines Selbstgespräch. Ich sinniere vor mich hin, bringe Eindrücke und Gedanken zu einem Thema nicht immer auf den Punkt, mäandere herum. Ich tue es also für mich. Das Paradoxon: Ohne euch würde ich es nicht tun. Also was jetzt? Für mich oder für euch? (Das klärt Artikel Unterabschnitt 4.1.)
 
3. Deutsch schreiben, Englisch lesen
Ja. Das habe ich mir auch schon öfters gedacht. Warum nicht doch einmal etwas auf Englisch – z.B. zum #change11 - beitragen. Ich verfolge sporadisch Blogs und Diskussionen auf Englisch, aber dazu beitragen? Man versteht schon teilweise meine deutschen Wortspielchen nicht (wahrscheinlich weil sie teilweise schlecht sind), und mich dann auch noch (mit gewissem Sprachwitz) auf Englisch verständlich machen? Ne ne, da bleibe ich doch lieber internationaler und interkultureller Lurker. ;) (Mehr dazu Unterabschnitt 4.zwo)
 
4. Ist das jetzt Wissenschaft?
Blogtexten und wissenschaftlich schreiben ist in bestimmten Aspekten was anderes. Aber dazu wollte/sollte ich wohl einen eigenen Blogbeitrag schreiben. Was aber wohl Fakt, dass Blogschreiben Wissen schafft. Im Artikel wird das mit “Mut zur Unfertigkeit” in Unterabschnitt 4.3 besprochen. Versprochen.
 
5. Da ist doch noch mehr dahinter!
Das sage ich doch immer. Man sieht von Außen einen Blog-Beitrag und drei vier läppische (zwar gute aber wenige) Kommentare. (Siehe dazu 4.4) Was man aber nicht sieht, sind die E-Mails, die Anrufe, die persönliche Ansprache…. und was auch immer in Zusammenhang damit… aber da brauch ich mir auch nicht viel mehr Gedanken drum machen, das deckt nämlich irgendwann alles @LuciLucius mit ihrer zukünftigen Doktorarbeit auf. Auf auf.
 
6. Das eigene Blog als “Revier”
Da habe ich jetzt gerade nicht die entsprechende Stelle parat, aber erinnere mich an die Aussage, dass kritische Kommentare lieber nicht als solche gepostet werden würden, wohl weil das eigene Blog eine Art Revier darstelle. Dem stimme ich jetzt nicht so ohne Weiteres (wie Obigem) zu, dies deshalb, weil ich auch i.d.R. längere Antworten als Postings im eigenen Blog verfasse, dies aber mitnichten aus dem Grund, dass ich die Auseinandersetzung nicht im anderen Blog austragen mögen würde, sondern vielmehr weil mein Blog mein perönliches Sammelsurium an “Leistungsnachweisen” beinhaltet… und die möchte ich natürlich dann dort auch gleich ablegen…

…. oder seht ihr Anderen das anders?

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In eigener Sache: #aufgehübscht


Nachdem ich nun schon zweimalig die Rückmeldung bekommen habe mein neues Blog-Design gefalle nicht, bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich hier die Einzige bin, die es mag?

Deshalb ganz spontan. Was meinst Du?

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