Archiv der Kategorie: Social Learning

Lebenslang lernen. Die Zeit nehm’ ich mir. Nur wann? – Gedanken am Rande des #mmc13


Joe's Piano Shop Bildquelle.

Was traditionell organisierte Weiterbildung kann!

Ich bin ja keine wirkliche Freundin traditionell organisierter Weiterbildungsmaßnahmen. [Die Gründe hierfür verkneife ich mir an dieser Stelle.] Ein nicht zu verachtender Vorzug davon ist jedoch, dass diese mir – zumindest für einen gewissen Zeitraum – einen geschützten Raum verschafft, in den weder mein Privatleben noch die Anforderungen meiner Erwerbsarbeit hineinschwappen können. Will heißen konkret, Hund & Co. sind anderweitig versorgt, ich muss mir also keine Sorgen machen, auf Arbeit ist der AB angeschalten, wendet sich jemand via E-Mail an mich, erledigt die Beantwortung erst einmal die Auto-Reply-Funktion. Weil ich bin ja auf Weiterbildung. Ich habe und bin frei fürs Lernen.

Und das sehe ich als die eigentliche und wahrliche Leistung einer Weiterbildungsmaßnahme.

Selber Lernen gibt’s nur im “Gesamtpaket”

Nehme ich nun aber mein Lernen in die eigene Hand, so ist im mir angeeigneten Gesamtpaket auch genau diese Aufgabe mitenthalten, die ich nun selbst erledigen muss. Und damit haben wohl wir alle schon unsere Erfahrungen gemacht. Und dass wir alle im Umgang damit der oft weniger als mehr erfolgreich sind, spiegelt sich in der gesunden Skepsis ob ich auch wohl genug Zeit erübrigen kann, sobald die Entscheidung ansteht, etwas lernen zu wollen. Beispiele gefällig?

MOOCige Beispiele gefällig?

Joachim Sucker, seines Zeichens Marketing-Leiter einer großen Volkshochschule, schreibt hier um das von mir oben beschriebene Problem sehr wohl wissend: “Gerne bin ich dabei, aber noch unsicher, ob ich ausreichend Zeit einbringen kann.” Oder gleich der nächste Kommentar von Ludwig, IT Consultant für Collaboration und Wissensmanagement mit Sharepoint, da: “Da ich zum Januar den Arbeitgeber wechsle, ist meine Teilnahme vorbehaltlich, da sich der Zeitaufwand bei der Einarbeitung noch nicht abschätzen lässt.” Und wenn ihr euch die Mühe machen wollt und mal weiter die Anmeldekommentare runtercrollt (und auch durchlest), werdet ihr das gleiche Thema in immer wieder anderer und personalisierter Form wiederentdecken.
Und selbst auf Twitter wird man, bei unserem geschätzten @jowede fündig.

Wir jedoch von Veranstalterseite sind schon froh, dass er sich die Zeit als Experte on Air zu fungieren aus den Rippen schneidet.

Die Bildungswilligen sind sich – aufgrund ihrer Vorbildung – wohl sehr bewusst, mit welchen Herausforderungen diese Bildung einhergeht. Meine bescheidenen Lösungsansätze dazu im Folgenden.

Die Zeit nehm’ ich mir. Nur wie?

Spontan fallen mir 6 Strategien ein, die ich – einzeln oder in Kombi – immer mal wieder ausprobiert habe.

1. Tabs schließen

Ja. Es tut mir echt leid. Insbesondere Twitter ist ja Quelle meiner Inspiration. Dennoch tut es ab und an Not, euch mal kurz “abzuklemmen”. Ich lasse dann am Computer nur noch DAS Tab auf (wenn die Tabs, dann sind das nur andere Ansichten des Gleichen), so manches Mal bin ich sogar NOCH radikaler… und kehre für eineinhalb Stündchen zu Papier und Stabilo bionic zurück.

2. Zeitblöcke reservieren

Sobald ich mal aktiv in den Kalender (ich nutze derzeit den Google Calender) eintrage, was ich alles “so nebenbei” mit zu erledigen gedenke, wird mir klar, warum ich das manchmal mehr schlecht als recht oder im Extremfall erst gar nicht schaffe. Weil eben (auch) mein Tag nur 24 Stunden hat. Und da passt mitnichten das alles rein, was ich mir – so virtuell und unbedarft aller zeitlichen Beschränktheit – so vornehme. Ich habe mir deshalb für den #mmc13 bestimmte Zeitblöcke im Kalender einfach eingeplant. Damit ich zumindest zur Live-Session dann virtuell in Erscheinung trete. ;)

3. Mit Örtlichkeiten experimentieren

Ich arbeite in einem Büro mit 5 Kolleginnen. Und ich liebe es. Nichts desto trotz gibt es kurze Zeiteinheiten, während derer ich es hasse. Dann, wenn ich texten will/soll. Dann, wenn ich denken will. Ohne Ablenkung sein will. Dafür habe ich einen super tollen Platz entdeckt. Den Stillarbeitsplatz in der Bibliothek nebenan… mit W-LAN. :) ) … Dahin verzupfe ich mich bei Gelegeneheit… um effizienter arbeiten zu können.

So daheim. Da gehe ich mal in die Küche, wenn’s nicht mehr flutscht, … oder oben in den Bio-Landen, wenn’s so gar nicht mehr funzt.

4. Genug ist genug – Meine 3 Prios

Sozusagen arbeiten auf mehreren Baustellen. Und dadurch geht’s bei keiner so richtig voran. Vielleicht hilft ein kleiner Spickzettel in der Hosentasche (also mir hilft er gelegentlich ;) ), welche drei der vielen Baustellen die sind, die mir wirklich am Herzen liegen. Kommen zu viele Aufgabe gleichzeitig auf mich zu, ziehe ich galant den verknüllten Zettel aus der Tasche, und gleiche ab, welche der Aufgaben den drei Posten zuordenbar wären. Und die erachte ich dann als wichtig.
Schon mal probiert?

5. Abmachungen – einhalten und einfordern

Oder noch besser, gar nicht erst soviel abmachen. Aber in diesem Punkt bin ich ganz schlecht, weil er etwa die Qualität eines Sylvester-Vorsatzes hat. Zu unkonkret und zu ungewohnt.

6. Zeiten künstlich ausdehnen

Könnt ihr euch noch an Vor-Smartphone-Zeiten erinnern? Als man im Supermarkt in der langen Schlange an der Kasse stand. Oder in der U-Bahn unauffällig herumschaute, wer da noch so sitzt. Zwischendurch den Blick nach draußen schweifen lassend. Eigentlich langweilig. Jetzt muss ich aufpassen, nicht vergessen auszusteigen. Freue mich über die Kassenschlange, weil ich dadurch zehn zwanzig Tweets zurücklesen kann.

Morgen werde ich probeweise mal wieder aus dem Fenster schauen. Mal sehen, wie viel Zeit ich dabei gewinnen kann. ;)

Ihr so?

Meine oben dargestellten “Gegenmaßnahmen” gegen den hektischen Zeitgeist sind – zumindest für mich – nicht wirklich immer erfolgreich. Denn es braucht eben schon einiges, sich gegen einen Zeitgeist zu stemmen. Deshalb meine Frage an euch. Habt ihr weitere/andere Strategien? Dann her damit. Als Kommentar. Und zwar jetzt. Gleich. Sofort.

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Antworten finden via #mmc13


FragezeichenBildquelle.

Letzte Woche formulierte auf Education Dive “8 questions MOOCs face in 2013″, davon ausgehend, dass das kommende Jahr entscheidend für die Zukunft dieses Lern-Lehr-Formats werden wird: “While MOOCs are already being touted as the solution to age-old problems in education, they have yet to solve seemingly simple problems, such as producing a sustainable business model and evaluating student performance in a meaningful way.” (ebd.)

Wir wollen Euch seine 8 Fragen hier auf deutsch – und mit unseren eigenen Kommentaren versehen – präsentieren, als Anregung und nicht als Vorwegnahme unserer gemeinsamen Suche nach Antworten im Rahmen des #MMC13. (Vielen Dank auf diesem Wege auch an Ellen Trude, die uns auf Twitter (@e_trude) auf den Artikel aufmerksam gemacht hatte.)

Die 8 Fragen an MOOCs von Davide Savenije

….. Weiterlesen? …… DANN BITTE HIER ENTLANG!

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#DNLE Assignment #1 – Scoop.it, edcanvas, Learni.st – environments or education technologies which might be of educators’ interest?


“Find 3 interesting learning environments or education technologies, and explain 3 positive aspects and 3 negative aspects for each (500-800 words total for the entire Assignment).” That’s the task I was telling you about over there lately. As you are some faithful reader of my blog and not being interested in posts written in English, please ignore. There won’t be too many of them. ;)

Scoop.it, Learni.st, edcanvas, all three of them are kind of social bookmarking tools, and ones working (more or less) with visualization of content you are collecting. But let’s start from the very beginning.

Social Bookmarking is …

Women (and may be men) tend to collect not only shoes but all kind of “things”, since they are surfing the internet even and also hyperlinks. This being pretty easy. You bookmark websites of your interest via your browser, the more sophisticated browser user even groups them to create bunches of hyperlinks dealing with same subject. “Just as long as those hyperlinks (or let’s call them plain old links) are managed, tagged, commented upon, and published onto the Web, they represent a user’s own personal library placed on public record, which – when aggregated with other personal libraries – allows for rich, social networking opportunities.” (Hammond et al., 2005) Such opportunities could be – compared to search engines – better/enhanced search results if it comes to special interests e.g. via tagging.

Excursus: Tagging

Tagging is basically assigning a peace of meta-data to a piece of information. As I did to this blogpost by the way. It helps describing this post to enable me to find and access it quick and easily lateron. Though tags are chosen personally often can be found some effect called folksonomie, an emerging form of shared vocabulary.

… and what is it used for in education?

It’s similar to thousands of other so-called web 2.0 tools. The more creative you are, the more ways you may find to use them for any purpose you’re up to, e.g. education. Just to give you an example. You may – together with your students – create a collection of high quality web sources dealing with a certain subject, those being easily accessed via smartphones thus supporting mobile learning of your students. For further inspiration have a look there.

Visualized bookmarking – a new generation of bookmarking services?

Starting with Pinterest bookmarking has become a form of arts. This as by bookmarking created pages are using pictures from the source and arranging them in an aestetic way.

Examples

(Schreenshot) A Pinterest for learning, that’s learnist. “Learnist lets you create learning boards that are essentially digitally curated silos of information. But since Learnist was built with education in mind from the start, the learning boards are easy to use in the classroom, assign as homework, or simply share on other social networks”, so Dunn (2012).

Three most positive aspects about Learnist are (1) that you may follow a board, (2) as a reader you may commenting on so-called boards and (3) to work together as collaborators to create a board together. The negative aspects are e.g. that (1) a learner may not be able to distinguish between important and less important information, als all of it is arranged in the same way, (2) learning by sources (texts) provided via a board is a pretty passive way to acquire information and (3) it’s suggesting that all kind of knowledge is already there and just have to be picked up instead of integrated into your own life.

(Source) “Scoop.it is based around what they call Topics.  A Topic is the page that they generate for you with a permanent URL and title. Each Topic is made up of Scoops.  The Scoops are essentially the articles that make up the content of your Topic. ” (Tschoegl, 2012) Positive aspects are as Tschoegl is mentioning (1) the range of sharing functionalities, (2) possibility to publish a magazine for colleagues or like-minded types and (3) organizing in one location materials that you might need across different situations. The negative aspects to be mentioned by using this tool as an educator are 1:1 that same already mentioned above.

(Screenshot) This one – I have to admit – I love best. Thus it’s easy to find three positive aspects: (1) You may not only share links but also YouTube videos, upload documents, share documents from your dropbox, or Google Drive documents all of them easily can be integrated into a “canvas”. (2) Due to the drag-and-drop function it’s pretty easy to use and (3) you may comment on every single ressource you share to put it into a context/explain why you choose to add. Especially for you I just added three sources dealing in any way with MOOCs. To have a look at just click here. Negative aspects are that (1) a collection doesn’t necessarily make the person looking at it reading the sources, (2) the collection’s just as good as the sources provided within and (3) it’s just that, a collection of sources. Not more and not less.

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#clc12 – das CorporateLearningCamp – Erlebnis


Erschöpft und glücklich liege ich auf der Couch, zugedeckt mit meinem McBook Air, den Earl Grey gut durchgezogen in Reichweite. Ich bin nicht nur geschafft, ich hab’s geschafft. Dass ich Mitglied des Orga-Teams war ist ja hinlänglich bekannt, die durchzustehenden Abenteuer bereits mündlich mehrmals durchdiskutiert, von der Community absolut gewertschätzt. :) Deshalb im Folgenden die unabhängig davon gewonnen Eindrücke, die dem einen oder anderen vielleicht Lust machen, das nächste Jahr (wieder) mit dabei zu sein.

Die Teilnehmerschaft, bei der’s die Mischung macht!

BarCamps haben ja so ihren Schlag Teilnehmerschaft. Schreibe ich jetzt mal so pauschal. Und da die BarCamps auf die ich in der Regel so gehe EduCamps sind, habe ich es oft und mit ganz vielen Lehrern zu tun. Und mit dem Mittelbau aus Universitäten. Oder eben im weiteren Sinne Bildungsleuten. Beim Corporate Learning Camp sind jedoch eine große Anzahl von Menschen aus Unternehmen da. Aus dem Bereich Corporate eben. Und die sorgen, wie Martin Lindner so schön ausgedrückt, für eine Art “Erdung”. Sie konfrontierten einen mit den wirklichen Problemen, denen im hier und jetzt.

Die holen mich aus freizügigem Gedankenspinnertum mit Sätzen wie “Deine Idee  halte ich für gar wunderbar… wie unbezahlbar” auf den Boden der Realität herunter. Bringen mich dazu just jene Gedanken einer Realitätsprüfung zu unterziehen, Ideen zu modifizieren, diese so umzustricken, dass sie in der Tat sogar realistisch umsetzbar werden. Hier komme ich mit Menschen zusammen, die Lust haben, diese in Form von dem einen oder anderen Projekt in der Zukunft zusammen umzusetzen.

Die BarCamp spezifische Atmo

Und dass es möglich wird, zusammen – auch über Unternehmensgrenzen hinweg und den unterschiedlichen Persönlichkeiten der Zusammenarbeitenden trotzend – eine Idee weiter zu betreiben, das mach nur diese ganz spezifische Atmosphäre möglich, die des gegenseitigen Respekts, der gegenseitigen Neugier aufeinander, die des sich auf den ersten Blick abwegig anhörenden Gedankens öffnen können.

Wie dies ermöglicht wird? M.E. durch zweierlei: Einer Einstimmung (wie die eines Karlheinz Pape) zu Beginn der Veranstaltung, sowie deren spezifischen Struktur/des Formats.

Ein BarCamp wie das Corporate Learning Camp startet i.d.R. mit einer kleinen Einstimmung (mit dem Inhalt was so ein BarCamp ist und welches die Regeln hier sind) und mit einer Vorstellungsrunde. Die Vorstellungsrunde soll allerdings flugs gehen, da wie beim #clc12 schon einmal 100 Menschen oder mehr teilnehmen, zum anderen die heutigen Interessen desjenigen der sich vorstellt abbilden (und nicht z.B. dessen Status). Deshalb besteht die lediglich aus dem Vornamen und drei Tags (das sind Schlagworte).

Beispiele für solche Schlagworte:

Direkt darauf stellen jene ihre Ideen für eine (oder manchmal auch eine zweite) Session vor. Finden sich per Handzeichen genügend Interessenten, so wird dem Vorschlag ein Raum und eine Zeit zugewiesen… der Gesamtplan beginnt sich zu füllen. Waren alle durch, ist der Sessionplan gefüllt, geht’s richtig inhaltlich los. Apropos Inhalt.

Die Themen(-Vielfalt)

Obwohl alle irgendwie unter dem Thema Corporate Learning subsumierbar, waren die Themen dennoch erstaunlich divers. Auch hier Beispiele gefällig?

Sind alle MOOC-Teilnehmer digitale Exhibitionisten?
Kompetenzorientiert lernen mit DIN ISO 29990
MITx Online Courses from MIT – Best Practise or Best budget?

Der beständige Rollenwechsel

Und so unterschiedlich die Themen, so unterschiedlich die Art und Weise, wie die Sessions von den jeweiligen Session-Leitern/-innen gestaltet wurden. Nicht nur, dass die Teilnehmer und -innen zu Sessionleitern und -innen wurden und wieder zurück, es fühlte sich gleichsam durch die Räumlichkeiten des #clc12 schlendernd an, als sei man fluide und an der einen Ecke Freundin, bei der nächsten Begegnung Ratgeberin, zum nächsten Kontakt zur Diskutantin mutierend… und immer ich selbst, mich ausprobierend und wandelnd.

Die Inspiration zum Mitnehmen

Diese Mischung aus Teilnehmerschaft (oder besser Teilgeberschaft), der Atmosphäre, der Themen und der spielerische Rollenwechsel (und wahrscheinlich auch des exzessiven Kaffee- und Saftkonsums) wirken wie manch realer Cocktail: zutiefst inspirierend. Und diese Inspiration lässt sich als Funke noch ein paar Tage mit heim nehmen. In die eigene Unternehmung.

In der Hoffnung dass er in die FH überspringt und einen virtuellen Flächenbrand auslöst verbleibe ich

Eure m

P.S.

Weitere Stimmen im Netz zum #clc12

… more to come…

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#lernen2020


Da kann eine wahre Mons nicht widerstehen!

WAS FÜR EIN THEMA für eine Blogparade: “Wie sieht das Lernen im Jahr 2020 aus?“, angezettelt vom Nico Kirch. Obwohl die Frage auf verschiedene Felder – wie Erwachsenenbildung, Schule und berufliche Ausbildung bezogen, hat er (beispielsweise) konkretisierende Teilaspekte “im Schul-Jargon geschrieben” (da jedermann geläufig):

  • Wie sehen Klassen-Räume im Jahr 2020 aus?
  • Welche Medien werden im Unterricht genutzt?
  • Wie ist der Anteil an Frontal-Unterricht zu Gruppenarbeiten bzw. zu Web-basierten Lernformen?
  • Wie sieht das Lernen nach dem Unterricht aus?

Und da also meine  V.I.S.I.O.N.E.N. gefragt sind, kann ich ja frei von jeglichen Realitätsbeschränkungen meinen Phantasien freien Lauf lassen. Und die sehen folgendermaßen aus.

Um es zunächst kurz zu machen bzw. gleich mal klarzustellen, dass ich eine (vergleichsweise und etwas) radikale(re) Vorstellung vom Lernen 2020 habe, hier die Facts: Klassenräume sind abgeschafft, Lernen findet in unseren Lebensräumen statt, die (praktizierte) Medienvielfalt wird größer werden, Frontal-Unterricht zwar nicht abnehmen, aber in flexibleren Formen angeboten und Lernen und Unterricht werden entgrenzt, will heissen, das Wort Unterricht wird … überflüssig… und durch andere Konzepte abgelöst, allein das schon ein Schritt in die Richtung, dass Lernen (wieder) Spass macht/machen kann.

Herausforderung 1: Raum schaffen fürs Lernen

Die Frage, die sich dem einen oder der andern spontan und mit Sicherheit stellen (sein) wird, ist Folgende. Wenn nun alles entgrenzt wird, lernen zu arbeiten wird und arbeiten zu lernen, wenn es keine Klassenzimmer mehr gibt, der dieses Lernen zumindest baulich/räumlich abgrenzt, ist dann Lernen nicht im Endeffekt abgeschafft, weil “verunmöglicht”?

(Evtl.) Nein. Eine Lernermöglicherin bin ich nämlich schon heute.
Wie ihr wisst, arbeite ich ja in einer FH. Und dort hauptsächlich für Professorinnen und Professoren/Lehrende. Diese können mich “anfordern”, mit deren individuellen konkreten Fragen/Anliegen rund um (Didaktik des) eLearning. Was von den Anliegen her ganz und gar unterschiedliches sein kann. Meine Aufgabe ist dann, geforderte Auskunft zu geben, komplexere Sachverhalte, die ich nicht aus dem Stand heraus beantworten kann zu recherchieren, Möglichkeiten vorstellen, aufzeigen wie Andere Ähnliches angegangen sind. UND (jetzt kommt’s), ich fühle mich bei diesen Gesprächen ganz oft wie ein Schutzschild. Ein Schutzschild gegen andere Aufgaben, gegen andere Menschen mit Anliegen (Mitarbeiter, Studierende etc.), ein Schutzschild gegen das eigene mit etwas Anderem beschäftigen (wollen) als mit der konkreten (eLearning-)Frage. Das geht soweit, dass die Fragen, die an mich gestellt werden, von den Fragenden – über den gemeinsamen Austausch – SELBST beantwortet werden. (Was mich ehrlich gesagt immer mit größter Befriedigung erfüllt).

Wie könnte solche Lernermöglichung nun in Zukunft aussehen?
Konkret und am Beispiel. Arbeitgeber (sofern es das dann noch gibt?) stellt Mitarbeiterin zwei Wochen von anderen Verpflichtungen frei, um konkrete Aufgabe (z.B. wir wollen ein paar Videos von uns auf YouTube bereitstellen) in einem Team (evtl. mit temporär extern eingeholter Expertise) zu strukturieren und durchzuführen.
Je nach vorhandenen Vorkenntnissen und Vorwissen der Mitglieder im Team temporär z.B. unter zu Rate ziehen einer externen YouTube-Erstellungs-und-Posting-Fanatikerin, die die beauftragte Mitarbeiterin aus dem Social Web kennt und die just in der selben Stadt wohnt (was diese wiederum zufällig via Twitter in Erfahrung gebracht hat).

Nur EIN Beispiel für eine Möglichkeit, Raum fürs Lernen zu schaffen. Je kreativer ein Arbeitgeber, ein Mensch, eine Instiution (ja wer eigentlich?) und “passgenauer” (will insbesondere heißen nicht zu wenig) Raum zur Verfügung stellt, desto erfreulicher kann Lernen ablaufen, desto besser wahrscheinlich das Ergebnis. (So zumindest meine Annahme ;) ).

Ergo:  Die Zukunft des Lernens wird uns ungewohnte Weisen der Lernermöglichung bringen.

Herausforderung 2: Struktur gestalten

Bleiben wir beim Beispiel der YouTube Videos, die (nicht nur erstellt), sondern die Mitarbeiterin/ein Team lernen soll, zu erstellen. Mit die Struktur des Lernens gestalten meine ich nun auf welchen Wege dies gelernt werden kann/verschiedene Vorgehensweisen, den Ablauf der Teilschritte. Dann welche Mittel/Ressourcen man dazu verwendet. Auch Qualitätskriterien des Erfolges. (Ist es z.B. als Erfolg zu werten, wenn das Team zu dem Ergebnis kommt, Videos wären nicht das “richtige” Mittel der Wahl?). Nicht zuletzt Fragen der Art und Weise der Dokumentation der gewonnenen Erkenntnisse.

Ist es erforderlich als “Anbieter von Lernermöglichung” Vorschlagsstrukturen bereitzustellen? Ist der erste Schritt des jeweiligen Lernens die Struktur überhaupt erst zu entwickeln/zu vereinbaren? Falls dies der Fall, eine gestaltete Struktur noch gar nicht vorliegt, bräuchte die Lernerin zumindest die Vorstellung eines Artefaktes, das als Ergebnis entstehen soll.

Ergo: In der Zukunft des Lernens wird Lernen strukturell heterogener ablaufen.

Herausforderung 3: Artefakte erfinden

Und immer noch bei unserem (zugegebenerweise 2012er-YouTube) Beispiel bleibend: Hier wäre das gewünschte Artefakt eine bestimmte Anzahl von erstellten YouTube-Videos. Artefakte, die einen Lernerfolg demonstrieren, diesen sozusagen “verdinglichen”, die teilbar, zeigbar, weiterverwertbar sind, sind in vielerlei Art und Weise vorstellbar. Es kann sich dabei um sog. “Badges” handeln.  Es könnte sich ganz traditionell 2012 um Text handeln.

Ergo: Die Zukunft des Lernens wird Artefakte erfinden, als Ergebnis und Resultate von Lernen, die uns heute anmuten mögen, wie Science Fictiton. So Science Fiction, dass (wie Lernen 2020) eigentlich nicht vorstellbar.

Ich freute mich, es zu erleben. So – oder ganz ganz anders.

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Twitter ist mehr – meine morgendliche Orientierungshilfe in (meiner kleinen) Welt #twitterlektionen


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Guten Morgen Timeline, der Kaffee ist auch schon fertig.

Ja. Ich gebe es zu. Ich bin eine der Sorte, die morgens als erstes nach dem Einschenken meines goldbraunen Wach-Elexiers das kleine MacBook Air aus seiner Nachtruhe entlässt und sich auf Twitter versichert, dass ihre  Welt noch da und in Ordnung ist. Einen kleinen zweiten und dritten Blick werfe ich (zugegebenermaßen auch) noch in meine beiden Haupt-E-Mail-Inboxen, die nicht wie ehemals in privat und beruflich getrennt, … eigentlich könnte ich diese in eine große zusammenwerfen, aber das ist eine andere Geschichte.

Es ist 8.04 Uhr. Ein (ganz normaler) Abeitstag. Ich habe also schon geschaut.

Twitter als Orientierung und Verortung in Welt

Aber warum wirkt Twitter wie eine Vergewisserung, dass die Welt noch bzw. wie in Ordnung ist? Wie macht die Timeline das (mit mir)?

Meine Vermutung. Weil durch das längere (z.T. monate- und jahrelange) “Scannen” der kurzen Anmerkungen der Gegenüber so etwas wie – Konstanz/Beständigkeit – einkehrt/passiert. Wie das? Dies deshalb, da man zwar einen einzelnen Tweet (immer einmal) das erste Mal liest, dieser ist jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit von demjenigen, der diesen gepostet hat, nicht der erste. Will meinen über jeden vorherigen Tweet eines Twitter-Nutzers, den ich abboniert habe, festigt sich meine Vorstellung eines (seines – desjenigen der postet) Kontextes. Und damit wird sein Kontext zu einem Teil auch zu meinem.

Passt nun ein weiterer Tweet genau jenes Nutzers in den von mir zuvor mit hergestellten Kontext… bekomme ich das Gefühl die (oder zumindest meine) Welt sei (noch) in Ordnung.

Beispiel gefällig?

Kennt ihr diese 5 Sekunden nach dem Aufwachen, in denen einem klar wird.. “wer bin ich eigentlich und wo bin ich gerade?”… wahrscheinlich vergleichbar mit dem Hochfahren des PCs ;) … das geht (meistens) noch ziemlich wie von selbst. Im Zweifel einfach ein bisschen (ab-)warten.

Mit der Verortung in der Woche ist man aber dann und wann schon auf eine externe Quelle angewiesen. Und hier setzt Twitter ein. (M)Ein Beispiel just von heute.

O.k., auch wenn mir das jetzt nicht passen sollte, ich hab’s verstanden. Es ist Montag. Ich akzeptiere. Ich schaue mich weiter um. Oh. Ich werde angesprochen.

Flugs gebe ich über Re-Tweet den Gruß zurück und weiter. Setze mich für einen Moment mit meinem Kaffe zu Tina auf den Balkon.

Ich erfahre so nebenbei, dass @anachorete gerade (wie als digitale Nomadin eigentlich immer) unterwegs ist… und die entsprechende Infrastruktur bei uns in D eigentlich immer noch nicht für solch einen Lebensstil ausgebaut. Ich bewundere sie ob Ihres Durchhaltevermögens und ihrer Fähigkeiten, sich dennoch zu behelfen…, bin aber (Egoist wie ich bin) froh, dass ich auf Tinas Balkon W-LAN habe.

So. Und jetzt bin ich bereit für die Welt.

Was gab’s so am Wochenende? Hab’ ich da was verpasst? / Und was gibt’s sonst so Neues?
… zehn zwölf Hinweisen gehe ich kurz nach, “bookmarke” mir längere Texte für später, verwerfe andere Quellen ganz, ärgere mich, dass ich beim #l3t Workshop nicht dabei gewesen bin.
Nun ja, erfreue ich mich an dem, was nachlesbar (z.B. hier und hier).

… ah. Und hier hat Benedikt was zum Mainstream geschrieben, Ilona hat dort einen CfP zu “Networked Identities – an Open Book Project” gepostet (ja! Da reich’ ich doch glatt was ein!), genau, den Artikel hatte ich mir schon gestern vorgemerkt zu lesen, … das tue ich jetzt auch mal. Also twittert nur schön weiter, ich bilde mich gerade jetzt und gerade mal weiter.

Mein Geist ist mittlerweile angeregt und auf Touren gekommen. Just in diesem Moment fällt mir ein, dass ich ja auch noch arbeiten muss. Beschwingt und versichert, dass alles gut (oder zumindest wie immer) ist, schwinge ich mich auf mein Rad, um motiviert meinem Tagwerk nachzugehen.

Ich seh’ euch dann dort. ;)

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Immer wieder ausgehandelt: Nähe und Distanz im Social Web


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Kennt ihr das? Ihr seid irgendwo, seht eine Person, zum ersten Mal. Und dennoch ist Dir die Person vertraut, kennst deren Humor, kleine Blitzlichter aus dessen Leben, Denken, Freuen. Und jedesmal wenn ich so jemanden aus meiner Timeline, den oder die ich mag, erstmals persönlich kennenlerne freue ich mich, dass ich den oder die dann auch “wirklich” mag.

Warum mag ich (man?) Menschen überhaupt?

Mögen tue ich jemanden, wenn ich mich ihm näher fühle als jemand anderem, näher komme ich jemanden, indem ich etwas über dessen Sein erfahre, indem ich kommuniziere und interagiere. Und das Gegenüber und mich dabei in Ordnung finde. Indem ich Zeit mit jemandem verbringe. Zumindest ist das nonline bei mir so.

Wie aber stellen wir Nähe und Distanz online her? Wie reagiert man auf gefühlte Grenzüberschreitungen, wenn wir keine Möglichkeit haben, unseren Körper einzusetzen? Das finde ich einen äußerst spannende Fragenkomplex, zu dem ich mir in Zukunft ein paar mehr Gedanken (und Beobachtungen) machen möchte. Meine Prämissen zur Entstehung von Nähe (z.B. auf Twitter) online.

Nähe durch reine Rezeption

Allein, dass ich etwas über mein Gegenüber erfahre. Nicht einmal, zweimal, viele Male verteilt auf viele Tweets. Sowohl die Details, die offensichtlich sind, als auch solche, die eben gleichsam nebenbei oder unter der eigentlichen Nachricht liegen, mittransportiert werden.

Nicht nur, wie jemand ist, sondern auch wie sie ißt, lässt sich da (über Kommentare und Links) – und nur als Beispiel hergenommen – erfahren.

Nähe durch Bezugnahme

Jemand antwortet auf einen Tweet. Dabei ist es gleichgültig, ob dabei Übereinstimmung oder das genaue Gegenteil, oder gar eine Ergänzung, eine andere Perspektive eingebracht wird. Es ist das Bezugnehmen, dass jemand meine 140 Zeichen beachtet, gelesen, ja sie so wichtig genommen, dass darauf Bezug genommen. Das aneinander Anknüpften knüpft an dem Bande, das man Beziehung nennt, mit.

Nähe durch Zitieren

Oder re-tweeten. Über die verschiedenen Arten zu re-tweeten, habe mich ja schon an anderer Stelle ausführlich ausgelassen. Nehmen ich nun wahr, dass ich – in welcher Form auch immer – re-tweetet wurde und schaue mir die Art und Weise an, wie der oder die dies getan hat, so sagt genau das wieder über mein Gegenüber eine ganze Menge aus. Ob er oder sie in diesem Falle mit der gemachten Aussage/dem Tweet übereinstimmt. Oder gerade nicht. Wie er oder sie sich dazu positioniert. Warum genau dieser für mein Gegenüber so interessant, dass der Tweet wiederum an die eigenen Follower weitergegeben wird.

Nähe durch gleiche Interessengebiete

Man dächte ja, man möge Menschen, die ganz andere Hobbies, Leidenschaften, Interessensgebiete haben. Macht man auch. Aber man mag anscheinend noch mehr die, die sich im gleichen Feld bewegen. Warum? Vielleicht, weil man mit diesen “verkürzter” kommunzieren kann. Vielleicht weil man über diese noch tiefer, weil über noch andere Details ins eigene Interessengebiet eintauchen kann. Vielleicht auch einfach nur, weil man glaubt, wenn sich noch jemand für das Gleiche interessiert, das eigene Themengebiet dadurch “relevanter” wird?

Und falls jetzt jemand unter euch liest, dessen Interessengebiet Vorgeschriebenes kreuzt, der möge mir seine Gedanken dazu, vielleicht hilfreiche Links und Lektüre schenken, … das würde mich Dir ein ganzes Stück näher bringen ;) .

 

P.S.:

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Vorgedanken zur #rp12 zu OpenScience; hier: Lehre – öffentlich –


Ich habe ja, so habt ihr sicherlich schon über die verschiedenen von mir “bespielten” Kanäle mitbekommen (weil ich SO stolz drauf bin) das Glück, Teil einer Session auf der re:publica sein zu dürfen, und zwar der zum Thema Open Science: Raus aus dem Elfenbeinturm! Forschung und Lehre zum Mitmachen (Track: re:learn). Die anderen “Mitspieler” sind Oliver Tacke – der Organisator des Ganzen, dann Matthias Fromm und last but not least der von mir hochgeschätzte Volkmar Langer. Matthias hat sich hier schon einmal Gedanken zu seiner Position gemacht, Oliver dort und Volkmar da, dem möchte ich nun in Bezug auf die meinige, hier insbesondere bezogen auf die Lehre, nachkommen.

Da ich für meinen Input ca. 10 Minuten zur Verfügung haben werde, muss ich mich kurz fassen und zügig auf den Punkt kommen. Was gibt es von meiner Seite aus zu sagen, über Lehre – öffentlich?

[Exkurs: Zur Begriffsverwendung/Begriffsdefinition wird es nochmals einen eigenen Post geben (müssen). Denn "open science" ist mehr als "öffentliche Lehre", dieser Aspekt des Ganzen ist jedoch jener, auf den ich mit meinem Input abzielen werde. ]

TEIL 1: Der derzeitige Inbegriff von öffentlicher Lehre für mich: der MOOC

Hm. Interessant wäre vorab zu wissen, wer alles weiss, was ein MOOC ist, von den Zuhörern/Zuhörerinnen und späteren Mitdiskutanten. Am liebste würde ich allen schon einmal vorab, die es nicht wissen, folgendes YouTube-Filmchen als Hausaufgabe aufgeben. (Ihr seht schon, an mir ist doch eine dieser verhärmten Lehrerinnen verloren gegangen ;) ).

Ein was? Ein MOOC? Das ultimative Erklär-Video

[OoU]

Alternativ in kurz und knapp von mir beschrieben

  • MOOC => Massive Open Online Course
  • kostet nix, frei zugänglich, online
  • Angebot des Veranstalters: Oberthema, Ablaufplan/Taktung, Inhaltsinput (Online Ressourcen), (teilw.) “technische Infrastruktur”
  • Aufgabe der Teilnehmer: Beziehungsaufbau, Weiterverarbeitung des Inputs und dadurch Generierung und Mitaufbau eines sozialen Lernraumes (Inhalte & Beziehung) oder frei nach Downes & Siemens bezogen auf das Tun: ORIENTIEREN -> ORDNEN -> BEITRAGEN -> TEILEN.

Zu theoretisch? …. Dann hier an einem konkreten Beispiel, dem #opco11.

Der #opco11 als ein Bespiel für einen MOOC

  • Veranstalter -> Uni Frankfurt (studium digitale) und weiterbildungsblog.de
  • Angebote des Veranstalters
    • Agenda
    • Inhaltsinput, siehe z.B. Lektürevorschläge für die Woche 2 hier
    • Online-Sessions (mittwochs) (via AdobeConnect), beispielhaft ebenso für die Woche 2 unter dem Punkt Online-Event
    • Montägliche Einstimmungs aufs Wochenthema via Blog-Post
    • Aggregation von entsprechend getaggten Blogbeiträgen und entsprechend getaggten Tweets, beispielhaft zu sehen hier
    • Freitäglicher Newsletter
  • Beipielhafte Aktivitäten der Teilnehmer hier (z.B. Twibbon, Etherpads, Tricider, Audioboo, Wiki,…)
  • Beispiele für sonstige Folgen und Nebenwirkungen: Freundschaften und Jobs.

TEIL 2: Blend: Der MOOC in der Wissenschaft (hier: der Lehre) am Beispiel des #ocwl11

Beim #ocwl11 handelt es sich nun um den Versuch eines Blending von MOOC und Universitätsseminar. Die gleichsam geniale Idee, die m.E. wesentlich zum Funktionieren beigetragen hat, war das Einführen der Rolle der “Paten”.

TEIL 3: Probleme? Nein. Aber Herausforderungen; oder auf wissenschaftlich: Antagonismen

Die Adaption eines MOOCs in das institutionelle Umfeld Universität war – gelinde gesprochen eine Herausforderung. Diese haben Johannes, Volkmar und ich in einem englischen Beitrag reflektiert; dieser befindet sich jedoch noch im Reviewverfahren, ich werde die URL jedoch sobald verfügbar an dieser Stelle nachreichen. Hier schon einmal vorab die fünf Antagonismen, die es im Laufe des Blends auszugleichen galt, in Englisch, wie der Originaltext.

  1. self-regulated vs. scripted learning
  2. creative chaos vs. need for structure
  3. established community of practice vs. time-limited learning group
  4. supposed digital natives vs. residents
  5. offline vs. online

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Zur Debatte um offene vs. geschlossene Lernräume – und alles mögliche dazwischen


Bildquelle.

Um was geht’s? 
Ein Thema (oder schon fast eine Mission), das (die) mir (herrührend aus meiner eigenen Lernbiographie) am Herzen liegt, ist die Öffnung geschlossener Lernräume – z.B. an der Hochschule. Ein geschlossener Lernraum ist z.B. der Seminarraum oder (aufgrund der pot. Masse der Anwesenden) schon als offener daherkommende Vorlesungssaal, aufs virtuelle übertragen der virtuelle Klassenraum im Learning Management System. Am anderen Ende des Kontinuums ist dann wohl ein MOOC wie der #opco11 zu verorten. Und dann gibt’s noch allerhand dazwischen.

Positionierung(en) und vorgebrachte Argumente
Alle, die mich gelegentlich lesen oder es mit mir persönlich zu tun bekommen haben, werden meine (eher) radikale Einstellung zum Thema schon vernommen haben. LMS abschaffen. Hochschule öffnen. Und zwar schnell. Also etwas entgegengesetzt der Praxis an meiner Institution, nur diejenigen Studierenden und am besten noch nur für die Zeit ins virtuelle Klassenzimmer einzulassen, die auch dann und dahinein “gehören”, in das mit einem Passwort ”beschützte” LMS, den Kurs dann noch mit einem Schlüssel geschützt, manchmal auch noch befüllt mit passwortgeschützten PDF-Dokumenten.

Beide Seiten bringen Argumente vor, die ich hier sammeln und nach und nach um Quellen ergänzen möchte.

Argumente

PRO geschlossene Lernräume CONTRA offene
Pg - Fehler machen dürfen, ohne dass potentielle Arbeitgeber potentiell mit- und/oder nachlesen können.
Pg/Co – Datenschutz! (s. mehr unten)
Pg/Co – Urheberrecht! (s. mehr unten)

PRO offene Lernräume CONTRA geschlossene
Cg – Lernerleistungen weder weiter-/wieder verwertbar noch relevant.
Cg – Lerngruppen zu klein und gemeinsame Zeit zu kurz, als dass eine FachCommunity entstehen könnte.
Po – Potentielle Kontakte mit bereits bestehenden Mitgliedern einer FachCommunity
Po – Einübung unüblicher Textsorten (inhaltliche und formale Anforderungen)

Anmerkungen zu den (derzeitigen) Rahmenbedingungen – Urheberrecht und Datenschutz
Bildungsinstitutionen zeigen wenig Aktivität in Richtung auf Öffnung. Die Mehrzahl der Lehrenden ebensowenig. Was auch verständlich ist, angesichts von den derzeitig bestehenden Regelungen zum Urheberrecht und Datenschutz (wie ich kürzlich auf jener hier erwähnten Veranstaltung erfahren durfte).

Anmerkungen zum Urheberrecht
Beim Urheberrecht handelt es sich um eine Art Vermittlungsversuch zwischen dem Interesse an freiem Informationszugang auf der einen Seite und dem Interesse am Schutz des (eigenen) geistigen Eigentums auf der anderen. Deshalb darf ich bei meiner eigenen geistigen Leistung (wie z.B. bei diesem Blog-Eintrag, so er eine geistige Leistung wird) bestimmen, wie ihr den verwenden dürft (was ich ja auch über die Creative Commons-Lizenz getan habe). Ohne eine solche darf ich bestimmte geschützte Werke aber trotzdem und ohne Zustimmung desjenigen mit dem Urheberrecht ntutzen, und zwar legal. So z.B. für den eigenen wissenschaftlichen Gebrauch (sozusagen den “Eigenbedarf” ;) ) (gem. § 53 Abs. 2 Nr. 1 UrhG), ich darf in Maßen zitieren (gem. § 51 UrhG) und dann gibt es ja noch gemeifreie Werke wie z.B. Open Content oder eben entsprechend Creative Commons lizenziertes Material.

Jetzt werden in der Hochschule allerdings nicht nur selbst Geschriebenes (und mit Zitaten versehen) auf eLearning-Plattformen geteilt, sondern eben auch Teile von Büchern als pdf-Dateien hochgeladen. (Früher ging unsereins in die Bibliothek, heute wird’s bequem zur Verfügung gestellt). Das dürfen die Lehrenden ja auch, allerdings nur unter der Bedingung,

dass das so zur Verfügung gestellte Material passwortgeschützt ist
UND
nur für Teilnehmer genau dieser Unterrichtsveranstaltung
UND
unter der Maßgabe, dass die TNs sich verpflichten, die Passwörter nicht an andere weiterzureichen UND
das Material muss direkt zur inhaltlichen Verdeutlichung benutzt werden, also nicht ”nur” didaktisch geboten. (Alles in meinen eigenen Worten ausgedrückt, daher wahrscheinlich juristisch ungenau).
ERGO: DIE AUSNAHMEREGELUNG (zur Veranschaulichung im Unterricht gem. § 53 a Abs. 1 Nr. 1 UrhG) LÄSST- sobald man in der Art der Ausnahme Material einsetzen will – EINE ÖFFNUNG VON LEHRE NICHT MEHR ZU!

Anmerkungen zum Datenschutz
Genau wie das Urheberrecht soll auch das Datenschutzrecht vermitteln. Vermitteln zwischen dem Interesse, die Kontrolle über die Nutzung von Daten, die die eigene Person beschreiben (personenbezogen) (z.B. ob und welcher Gewerkschaft ich zugehöre, wie ich’s mit der Religion halte, was meinen Gesundheits- und Geisteszustand betrifft). In die Nutzung solcher Daten soll ich also einwilligen müssen (und diese Einwilligung muss die Frage welche Daten und wofür enthalten), so ich die Nutzung zulassen will.
Das andere Interesse ist der Erkenntnisgewinn.
Das Problem, das man nun hat, wenn man Lehre ins Internet hinein öffnen will, ist, dass sich Studierende mit ihren personenbezogenen Daten bei irgendwelchen Diensten anmelden müssen, z.B. WordPress. Und das “müssen” Sie freiwillig tun. Was mache ich nun mit den Studierenden, die das nicht wollen? Und sie im Grunde aufgrund meiner Lehre zwinge, Dinge ins Internet zu stellen (und das Internet vergisst ja nichts), die sie hinterher evtl. wieder rauskriegen wollen würden, was jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin unmöglich sein wird? Ich glaube diese beiden Aspekte sind die Problematischen in Zusammenhang mit Öffnung von Lehre, allerdings wurde Datenschutzrecht nur ganz ganz am Rande während der besagten Veranstaltung gestreift. Weiss es jemand besser, der möge mich via Kommentar belehren.

Das System ändern vs. Regelungen didaktisch unterlaufen
Die Rahmenbedingungen (wie z.B. Urheberrecht) lassen sich nun mal nicht (schnell und mal eben) ändern. Ich halte mich also als Lehrende daran. Über Passwörter und Zugangsbeschränkung stelle ich technisch sicher, dass das Urheberrecht eingehalten wird. Und verzichte auf didaktische Experimente im Internet. Bin ich wagemutiger (und eher in Richtung Öffnung auf dem o.g. Kontinuum verortet), versuche ich technisch zu beeinflussen, dass bestimmte Inhalte nicht über Suchmaschinen aufgefunden werden (können).

Der Gedanke, der mich jedoch im Moment nicht mehr loslassen will, ist derjenige, dass ich mich auf dem Kontinuum ziemlich weit in Richtung Öffnung positionieren könnte, und diese Position über didaktische Art und Weise “sichern” kann. Sozusagen die Regeln, wie sie nun einmal bestehen, nicht brechen, sondern didaktisch unterlaufen.

Jetzt muss ich nur noch rausfinden, wie ich das konkret anstellen kann.

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Auf dünnem Eis


[Warnung vorab: 90% Erfahrungsbericht, 10% Learnings. Die kommen aber erst ganz zum Schluss vom Text.]

Die Gassirunde am Fluss entlang war heute so belebt wie an einem Sommer-Sonntag. Die eigentümliche Mischung aus Sonntag, Sonne und knackiger Kälte hat wohl alle Familien, Jogger, Radfahrer und Hundebesitzer hinter ihrem Ofen hervorgelockt. Deshalb fiel mir der Auflauf am alten Flughafen zunächst auch gar nicht größer auf. Bis die Feuerwehr anrückte. Der zweite Blick über den Fluss setzt mich unter unmittelbaren Stress. Da treibt ein Mensch. Paralysiert. Wahrscheinlich um sein Leben kämpfend, auch wenn auch kaum sich bewegend.

Normalerweise unterdrücke ich den wohl menschlichen Drang, an Stellen irgendwelcher Katastrophen lediglich Gaffer zu sein. Entweder aktiv etwas bewirken oder aus dem Weg gehen ist da eher mein Motto. Da die Feuerwehr aber nun schon angerückt war, wollte ich meiner Psyche die Genugtuung gönnen, der Rettung des Menschen zuzusehen. Welche die Feuerwehr auch in wenigen Minuten aufgrund von Ausrüstung, Training und Routine schaffte. (Was noch nicht sicher heist, dass der Betroffene überlebt. Ich wünsche es von ganzem Herzen).

Ich weiss also nicht, warum er sich auf dünnes Eis begeben hat (und da fallen mir einige Gründe ein). Und auch nichts darüber, was die Individuen aus denen der Auflauf bestanden hatte zur unmittelbaren Rettung für Ideen hatten.

Was ich weiß ist, dass mir selbst eine Idee erst später auf dem weiteren Gassi-Gang (meine Entspannungsmaßnahme) kam. Hundeleinen von herumstehenden und -überlegenden Hundebesitzern einsammeln, über Karabinerhaken zu Seil/Lasso machen, dem im Wasser Treibenden hinwerfen.

Was für Erkenntnisse ziehe ich daraus?

1. Was Unternehmen tun, nämlich irgendwelche Prozesse zu definieren, wie mit irgendwelchen Situationen umgegangen werden soll, ist gar nicht so blöd. Siehe Feuerwehr. Die Feuerwehrleute waren mit einer Situation konfrontiert, für die sie konkrete Handlungsschritte parat und geübt hatten. Diese müssen jeweils auf eine konkrete Situation angewendet werden – schwer genug. Aber zumindest eine Struktur, an der man sich abarbeiten kann mit Material, das zur Verfügung steht, ist gegeben.

2. Die zufällig Vorbeikommenden hatten beides nicht zur Verfügung. Eine potentielle Idee jedoch, wie die mit der Lasso-Leine, kommt einem nur – und nur dann – wenn man schon wieder entspannt ist. Wie schaffe ich es jedoch als Individuum mich grundzuentspannen, als Unternehmung eine Umgebung der Grundentspannung bereit zu stellen, und das angesichts einer unmittelbaren Bedrohung? Da es dafür keine wirklichen Ideen und Methoden gibt, greift man halt auf 1 zurück. Besser als nichts.

Dennoch finden sich Unternehmungen hin und wieder in Situationen wieder, für die (noch) keinerlei Prozesse defniert wurden. Und ich mich auch. Meine Frage zum Sonntag also: Wie gehe ich mit mir selbst, wie geht das Unternehmen mit mir und den weiteren Mitarbeitern um, um auch für solche Gelegenheiten gerüstet – und damit handlungsfähig zu sein?

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