Archiv der Kategorie: pointiert_kommentiert

Das Internet vergisst nicht – na hoffentlich ;)


Bildquelle. 7.35 Uhr an einem Novembermorgen. Draußen ist es noch dunkel und ich überlege gerade, wie kurz der Text wohl sein soll, den ich beim Ideenwettbewerb zum Vergessen im Internet einzureichen gedenke. Gleichzeitig schlürfe ich an meinem mittlerweile lauwarmen Kaffee, der höchste Grad an Multitalsking eben, der mir zu dieser Morgenstunde möglich. Mangels der Vorgabe einer genaueren Längeneinheit beschließe ich, dass kurz die Länge eines Blogbeitrages sei, öffne mein Fenster zum Internet, und lasse meine Gedanken hineinfließen.

25 Jahre später. Auch ein Novembermorgen. Die Uhr hängt zu weit weg, als dass ich die Uhrzeit korrekt interpretieren könnte, aber sie spielt in meinem Leben auch keine Rolle. Es ist auf jeden Fall morgens und noch dunkel. Ich glaube ich mochte nie morgens in dieser Frühe aufstehen, aber so sehr man in meinem Alter Regelmäßigkeit und Gewohntes um sich zu schätzen weiß, so sehr ändern sich gewisse Dinge auch, ohne man meint auch nur den geringsten Anteil daran gehabt zu haben. Meine arthritischen Finger lassen sich gerade außergewöhnlich geschmeidig bewegen. Für mein Alter flugs klappe ich den Deckel meines Fensters zur Welt zur Seite, einen Deckel, der keinerlei Funktion mehr hat. Da ich jedoch jahrelang daheim an Geräten mit Deckeln gearbeitet habe, gönne ich mir diese kleine Sentimentalität. Genau wie einen – mittlerweile lauwarm gewordenen – Kaffee. Der schmeckt zwar nicht, hilft mir aber, mich an mich selbst zu erinnern. Gespannt schlage ich im Weblog dieser mitteljungen Frau nach, die einmal ich gewesen sein muss. Ich erinnere, dass man damals wohl ein Lesezeichen gesetzt hätte, dort wo man beim nächsten Blick hinein wahrscheinlich würde weiterlesen wollen. Diese Hilfe habe ich heutzutage nicht mehr nötig. Mein Fenster weiss, wo ich sein will, ich habe allerdings vergessen, wie es das macht.

7.53 Uhr. 25 Jahre zuvor. Ich überlege auf Tee umzusteigen. Der würde mir mit sicherheit helfen zu formulieren, wo Veränderungen von Verhalten durch soziale Regeln notwendig sind (um mit dem Nicht-Vergessen des Internets umzugehen), und mir natürlich auch praktisch umsetzbare Lösungsansatze zufallen lassen. Ich verwerfe den Tee-Gedanken und fange einfach mal an.

Veränderungen von Verhaltensweisen durch soziale Regeln

(1) Anerkennen, was ist.
Es werden täglich und massenhaft persönliche Daten von unzähligen Menschen ins Internet eingespeist, die andere Menschen für datenschutzrelevant erachten. So ist es z.B. ein leichtes, mein Geburtsjahr zu ergoogeln, was mich ja heute noch nicht so stört, in oben beschriebener Zukunft wohl auch nicht mehr, vieleicht aber zu einem mir noch unbekannten Zeitpunkt dazwischen. Man mag nun dieses Einspeisen für schlecht und unvorausschauend erachten, faktisch findet es aber beständig statt. Und Daten und Informationen, so sie einmal in dieser Art und Weise losgelassen, lassen sich eben NICHT auf traditionelle Dateschutz-Manier mehr kontrollieren. Einfach akzeptieren, dass von mir gewusst oder unbewusst, von mir selbst eingespeist oder von anderen, Daten und Informationen wie freie Radikale in einem frei zugänlichen Internet herumschwirren, ist die Verhaltensregel Nr. 1, die ich hiermit an meine verehrte Leserschaft herantragen will. Und es ist – im Vergleich zu dem was noch folgt – die einfachste Übung. ;)

(2) Anderartigkeit akzeptieren.
Woran ich tagtäglich scheitere. Oder besser geschrieben, je ähnlicher sich das Gegenüber zu mir verhält, als desto akzeptabler empfinde ich das Verhalten. Nehmen wir erneut das Beispiel des Einspeisens von persönlichen Daten wie des Geburtsdatums ins Internet her. Während ich auf XING, wahrscheinlich auch LinkedIn, jedenfalls auf Facebook mein Geburtsdatum inklusive Geburtsjahr hinterlegt habe, gibt es ein Blumenstrauß an andersartigen Entscheidungen, die man in Zusammenhang mit diesem seinem Freudentag treffen kann. So ist vorstellbar, den Tag offenzulegen, nicht jedoch das Jahr, sein Geburtsdatum nur an eine ausgewählte Usergruppe freizugeben, gar nicht zu verraten, oder aber in noch viele Netzwerke mehr einzutragen. Nicht selten wird auch von einem Menschen in jede Plattform ein anderes Geburtsdatum eingepflegt, manchmal auffällig unwahrscheinliche, oft um zu verwirren. Ich persönlich finde nichts dabei, auch Geburtstagsgrüße von ganz weitläufigen Bekannten auf der Facebook-Pinnwand vorzufinden bzw. erwarte aufgrund der Berechnungen meines Alters eher spontane Gedanken wie: “Gut gehalten, die Alte.” ;) Am wenigsten akzeptabel ist für mich die überhaupt nicht Offenlegung. Wahrscheinlich wegen des daraufhin gefühlten Ungleichgewichts. Die Akzeptanz jedoch jeglicher Entscheidung des jeweiligen Gegenübers stellt für mich die zweite anzustrebende Verhaltensweise dar. Und zwar insbesondere auch dann, wenn mir diese Entscheidung nicht passt.

(3) Perspektivwechsel üben.
Dieses nicht passen rührt ja in der Regel von einem nicht nachvollziehen können her. Ein zunächst nicht nachvollziehen können birgt allerdings auch eine Chance in sich. Die Chance auf einen (oder mehrere) Perspektivwechsel (gleichsam die dritte anzustrebende Art und Weise, sich zu verhalten/Verhaltensweise). Was könnten für mich (potentielle) Gründe sein, mein Geburtsdatum eben NICHT im Internet für jederfrau offenzulegen? Ich mach mir mal einen Sport daraus und versuche es mit drei Begründungszusammenhängen. Wie überzeugend bin ich? ;)
1. Ich bin so ganz und gar nicht, wie meinem Sternzeichen (Jungfrau) im Allgemeinen zugeschrieben. Damit erst gar niemand auf die Idee kommt, mich für eine gute Buchhalterin zu halten.
2. Ich bin hinter einem um Vieles jüngeren Typen her. Er soll nicht schon aufgrund einer blanken nichtssagenden Zahl abgeschreckt werden.
3. Ich hasse es im Mittelpunkt zu stehen und Geburtstagsparties zu schmeissen. Dafür feiere ich aber um so lieber bei anderen mit. Die sollen nur nicht merken, dass ich zufällig am gleichen Tag Geburtstag habe.

(4) Nachhaken.
Nun ja. Sehr weit hergeholt klingen sie schon, meine fingierten Gründe. Den wahren Grund eines Individuums, sein oder ihr Geburtsdatum nicht internet-öffentlich zu machen, kann man vielleicht – selbst mit einer großen Ausstattung an Phantasie – nicht erfinden. Hier lohnt nachhaken und nachfragen. Erweitert auf jeden Fall die Perspektive. ;)

(5) Sich einmischen.
Eine erweiterte Form des Nachhakens ist die Einmischung, die fünfte von mir geforderte Verhaltensweise im Bunde. Einmischen nämlich dann, wenn man die Nutzung von ins Internet eingespeisten Daten als nicht angemessen empfindet. Beispiel: Von jemandem wird aufgrund eines einzelnen Blog-Posts einer Person auf die Gesamtpersönlichkeit dahinter geschlossen. Hier fehlt die Breite an Beurteilungsbasis. Beispiel: Einzelne aus dem Internet entnommene Informationen werden in den eigenen Kontext des Betrachters gestellt, und somit in einer Art und Weise wiedergegeben, wie vom Erstverfasser mitnichten intendiert.
Alles schon einmal erlebt, oder?

(6) Locker werden.
Und wenn man sich mit seiner Einmischung auf verlorenem Posten empfindet, dann hilft immer noch, was im physischen Leben auch hilft: die ultimative Verhaltensweise 6: Sich locker machen.


Praktisch umsetzbare Lösungsansätze

Ich habe keine.

(1) Die Gesellschaft ändert sich am ehesten über das Selbst.
Am ehesten noch denjenige, mich selbst an die oben aus- und aufgeführten Verhaltensweisen zu halten. Was allein schon eine Änderung meiner bisherigen Verhaltensweise darstellt.

(2) Vorleben vs. Vorsprechen.
Sobald mir dies durchgehend gelingt, ich es also tue, werde ich – z.B. anlässlich meines nächsten Vortrages am 29. – darüber sprechen. Nicht in der Weise, dass es diese Verhaltensweisen als Normen zu erfüllen gelte. Sondern vielmehr in derjenigen, dass ich diese eben, da ich sie für mich als lebbar und wert zu leben empfinde eben lebe. Ganz nach dem Motto: Tue (und tu es auch) Gutes und rede (Vorträge) darüber.

(3) Konkrete Anlässe zum Thema machen.
Ob reden, schreiben, leben, alle diese bedeuten etwas zum Thema zu machen. Und dazu braucht es Anlässe. Ideenwettbewerbe wie derjenige, für diesen ich diesen Blog-Post verfasst habe. BlogCarnivals. Tweets. Linktipps. Alles was den Diskurs fördert, sei gefördert.

(4) Die kritische Masse.
Zumindest bis sich eine kritische Masse an Menschen auf die vorgeschlagene Art und Weise verhält. Damit ich mich von ganzem Herzen darüber freuen kann, dass (mich) das Internet nicht vergisst.

Der Tag danach.
Ich lese meinen gestrigen Entwurf zum Ideenwettbewerb. Ich bin unzufrieden. Nicht so mit dem ersten Teil. Der Darstellung meiner idealen Welt des Umgangs mit meinen ins Internet geworfenen Informationen. Die konkret umsetzbaren Ideen dazu fühlen jedoch weder konkret noch unmittelbar umsetzbar an. Ich beschließe, den Entwurf anstatt in die virtuelle Tonne ins Internet zu werfen.
Meine Community wird es über die Kommentarfunktion schon richten.
Na hoffentlich.

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#lbs explizit


Ich lebe in einem Paralleluniversum. Das habe ich letzte Woche wieder erfahren dürfen. Nachdem ich eine leidenschaftliche Ansprache zum Thema BarCamp auf der Arbeit gehalten hatte, war die “Rückmeldung” à la … richtig interessant, ich hab’ nur nix verstanden.

Ergo: “Böse” englische oder Techi-Wörter werden hiermit aus meinem Alltagswortschatz (außer ich halte mich gerade mal auf einem BarCamp auf ;) ) gestrichen, will meinen z.B.

Blog, Location Based Services, Gowalla, Foursquare, Crowdsourcing, iPad, ja, auch WePad, Twitter, Micro-Blogging, Blog-Parade oder BlogCarnival, auch am besten Facebook (wobei…) und Monitoring.

Oder vielleicht nur dann benutzen, wenn ich eine verständliche und ausreichende Erklärung voranstellen kann. Das ist leichter geschrieben als getan, so habe ich just heute gemerkt, als ich mich bemüßigt fühlte, auf eine Anfrage aus dem Paralleluniversum hin, den Begriff Location Based Services zu explizieren.

Erste Versuche wie “sowas wie Gowalla oder Foursquare” setzten neue Fragen auf die Liste, … ich solle doch mal erst den ersten Begriff erläutern, bevor man sich der Forgeschrittenenbegriffe widmen wolle und könne.

Auf diesen kleinen, gemeinen, aber berechtigten Einwand hin, habe ich mir zunächst eine (Gassi-)Auszeit (zum Nachdenken) genehmigt. Das Ergebnis: Das Explizieren impliziten Wissens ist gar nicht so ganz einfach, und hat man es schlussendlich geschafft wird einem klar, dass es weniger umfangreich ist, als man es sich vorstellte.

Aber lest selbst zum Thema Location Based Services demnächst…

… in diesem Paralleltheater ;)

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Ihr seid die perfekte Welle… !


Ich gebe es zu. Ich war arrogant. “Mit SM, da kenne ich mich aus”, der Standardspruch der @mons7 in nicht internetaffiner Runde. Dann kam mein letzter Blogpost.

Phase 1/ #wahnsinn
Versteht mich nicht falsch. Ich liebe meinen Blog. Aber mir ist sehr wohl bewusst, dass es einer ist, den viel weniger die Welt als ich ihn selber brauche. Ich betreibe damit (hauptsächlich) mein persönliches Wissensmanagement. Folge ist, dass ich pro Tag vielleicht mal 30 Zugriffe habe, über 33 freue ich mich schon. ;) Bin ich auf einem Edu- oder BarCamp können es schon mal 160 Zugriffe sein, sobald die Konferenz rum ist, hat sich das dann aber auch wieder, gleichsam als “singuläres Ereignis” erledigt.

Vorgestern war das ausnahmsweise mal ganz anders. Das Thema – nenne ich es mal Philosophie der Social Media Beratung und Social Media im Unternehmen – war irgendwie für die Welt…. interessant. Und interessant waren für mich die reichhaltigen und offensichtlich von Erfahrung und Kompetenz auf dem Gebiet geprägten Kommentare, willkürlich herausgenommene Beispiele z.B. hier, hier oder hier.

Demnach auch mein Kommentar hierzu auf Twitter: EXTREM qualifizierte Kommentare im Blog http://lernspielwiese.wordpress.com/2010/07/14/welten-treffen-aufeinander/ #begeistert.

Phase 2/ #lost_of_control
Während ich in der Regel bei den Kommentaren koordinierend eingreife, eigentlich Kommentierungen zurückkommentiere, nachhake oder im Zweifel auch zum Hintergrund nachfrage, habe ich damit bei besagtem Blogpost irgendwann einfach aufgehört.

Ich fing an zu merken, dass ich den Kommentatoren nur noch ehrfürchtig lauschen (und davon lernen) konnte, da die Erfahrung und die Kompetenz, die aus diesen sprach, einem Niveau zugehörig sind, das ich zum Thema (noch) nicht erreicht habe.

Das musste ich dann erst einmal verkraften. Großzügig denke ich bei mir, naja… dann übergeben ich die Plattform eben an die Experten.

Dieses Stadium spiegelt sich in foglender Anmerkung auf Twitter von mir wider: … also ich bin echt geplättet und stehe staundend vor soviel Fachkompetenz [im Blog] http://bit.ly/dhQ2WG #wahnsinn #wahnsinn #wahnsinn

Phase 3/ #theorie vs #praxis
Das mit dem großzügigen Übergeben der Plattform war natürlich quatsch. Die Plattform mein Blog wurde kurzfristig und kurzzeitig von den Experten einfach übernommen. Da gab es nichts zu übergeben, das ging außerhalb von mir gesteuert und einfach ohne mich vonstatten. In meinem Worten zur Erkenntnis des Vorgangs: @Networking_Lady … ich bin fast … nein ich bin #überfordert #wahnsinn. Aber das ist halt #social_media live!

Was lerne ich daraus?
Was man theoretisch weiss, fühlt sich in der Praxis nochmals verschärft anders an. Und jetzt war das ja eine “Positiv-Spirale”, die Kommentare extrem qualifiziert, keinerlei Herumtrollerei.

Was wäre gewesen – was ja durchaus im Bereich des möglichen liegt – der Beitrag hätte das Gegenteil bewirkt, will meinen, zwar eine Wallung, aber im unqualifizierten, trolligen Sinne?

Hätte ich dann “den Stecker gezogen” wie seinerzeit Nestlé der Kitkat-Facebook-Präsenz?

Ergo: Ich habe noch viel zu lernen. Na dann mal los. ;)

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Vom E-Learning zu Social Media … und nicht wieder zurück…


Zunächst eine Klarstellung vorab: NEIN, DER BLOGEINTRAG IST N I C H T VON DER SAE gekauft.

Da fragt sich die geneigte Leserin/ der geneigte Leser gleich zu Beginn, was denn die SAE sei? Nun, sie/ er informiere sich hier.

Und was habe ich nun zu berichten, vom Digital Journalism Camp der #sae? Es ist kein Camp in dem von mir kürzlich beschriebenen Sinne… aber der Vortrag… und insbesondere der Vortragende… waren besonders gut!

Aber, in diesem Falle, Form vor Inhalt ;)

Zur Form
Am Freitag zur Nacht habe ich mich noch schnell angemeldet. Zum Camp. Zu diesem Zeitpunkt war mir klar, das klappt nie. Das Camp sollte am Montag Nachmittag stattfinden. Das war definitiv zu spät für eine Organisation, sich zu einem solch mitarbeiterfeindlichen Zeitpunkt und so kurzfristig (an)zu melden.

Doch da hatte/ habe ich mich getäuscht. Am Sonntag auf die Nacht kam die Anmeldebestätigung. #sae… ihr seid einfach nur #professionell!…

Zum Inhalt
Ja. Ich hätte den Vortrag auch halten können. Aber nicht so gut recherchiert. Und nicht so gut präsentiert. Will sagen, ja, mir würde das Studium des Digital Journalism in der Tat was bringen.

Es würde mich weg vom (akademischen) E-Learning bringen. Und nicht wieder zurück.

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mons7 – Du bist ‘ne Marke!


Ja. So hieß es früher gelegentlich, als ich noch klein und dumm war (heute bin ich offensichtlich nur noch eins davon ;) ). Was auch immer damit gemeint war, es löste bei mir als Empfängerin ein zwiespältiges Gefühl aus.

Auf der einen Seite nämlich Freude: Ich, die mons7 bin … besonders. Und wer will das nicht sein? Besonders? … und dadurch beachtet, weil aus der Reihe herausstechend, weil wert des näheren Hinschauens.

Die andere Seite jedoch war auch das Gefühl des Grundes zur Sorge: Diese mons7 war in irgendeiner Art und Weise … besonders. Hieße das etwa, nicht für jeden/ die Allgemeinheit geeignet? Nur passend für bestimmte Gelegenheiten, da ja eine Sonderanfertigung? Ausgeschlossen von Gruppenzusammenkünften, für die man ein normales (und eben kein besonderes) Mitglied sein musste?

Genau dieses zwiegespaltene Gefühl kam wieder in mir hoch, als ich mir darüber Gedanken machte, ob sich Empfehlungen/ digitale Erfolgsstrategien, die sich an Unternehmen/ Marken (sic!) richten, auch auf das eigene Reputationsmanagement (erfolgreich und zu Erfolgen führend) übertragen liessen.

Das klingt ketzerisch für eine Pädagogin/ verhinderte Soziologin wie mich. Nein. Es klingt nicht nur ketzerisch, es lockt massive Widerstände hervor. Die sich am ehesten mit dem Gedanken auf den Punkt bringen lassen, dass alles was ich im Netz bisher getan/ geschrieben/ verbraten habe (zumindest meiner Meinung nach) zwar reflektiert – aber authentisch – war/ ist. Lege ich meinem eigenen Online-Handeln nun eine Strategie zugrunde (was ja bei Unternehmen nicht nur berechtigt, sondern vielmehr notwendig ist), verliere ich dann nicht gerade daran, an Authentizität? Verliere ich nicht den spielerischen Umgang, der ja (entscheidender) Teil meiner Persönlichkeit ist (s. z.B. auch Blog-Titel)?

Oder vielleicht sollte ich genau diesen Gedanken auch einmal nur spielerisch betrachten. Wie müsste eine mons7 online handeln/ auftreten, wäre sie eine Marke?

Aber bevor DAS Spiel beginnt, muss ich erst einmal schnöde arbeiten gehen.

Bis zum nächsten Blog-Beitrag, die (zukünftige) Marke mons7 ;)

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Online Output – mal effizient und ordentlich


Bilanz ziehen, die Dinge ordnen, sich selbst neu ordnen in seinem Verhältnis zur (Online-)Welt… hat schon etwas ansteckendes.

So nehme ich den Beitrag von @pfandtasse, der ebenso angesteckt wurde, als willkommenen Anlass, meinen Workflow im Zusammenhang mit meinem Online-Output – so ganz unbefangen, von außen und unvoreingenommen – zu betrachten, zu bewerten…

… natürlich mit dem Ziel, dass das mal alles effizient(er) und ordentlich(er) wird.

Will ich sehen, was ich da sehe? Ich sehe nämlich: Mein persönliches Bermuda-Dreieck. Die Ecken bestehen aus

Ecke 1: meinem persönlichen und allumfassenden E-Mail-Account

Ecke 2: Twitter

Ecke 3:
dem Rest (will heißen Facebook, Blogs, Feeds, Moodle, Zweit-/ Arbeitsmail, was mich gerade momentan beschäftigt).

Und so wandere ich von einem Eck ins nächste, um fortzuschreiten, je nach Stimmung mal schneller und mal weniger schnell, solange bis mir schwindelig wird, der Tag rum ist … oder der Hund raus will.

Was kommt dabei herum?

… quantitativ ausgedrückt
- durchschnittlich zwei Blog-Beiträge die Woche
- durchschnittlich 10 Tweets am Tag
- der eine oder andere Kommentar hier und da
- dir (wirkliche) Rezeption (nicht nur drüberfliegen) von ca. 3 (guten) (Online-)Quellen pro Tag

… qualitativ ausgedrückt
- das Gefühl des Eingebundenseins in eine wie auch immer geartete Community (Community, wer seid ihr? -> das braucht einen anderen Blog-Eintrag)
- erfrischende, befreiende, witzige Kommunikation und Denkanlässe – jeden Tag
- Anregung, Sachverhalte anders zu denken, mir einen anderen Platz im Leben zu suchen.

Ergo: Das mag vom quantitativen her nicht gar so viel erscheinen (das muss effizienter und ordentlicher werden!), vom qualitativen Blickpunkt her ist mein Workflow jedoch … überaus erquicklich.

Was nun?

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Von #ffv8-Konferenzen und vom Aufmischen


Ein ganz normaler Abend.

Ich sitze vor dem PC, schreibe an einem Text, erledige die letzten drei vier E-Mails des Tages, lese ein bisschen Twitter nebenher… und chatte mit meinem Freund über skype.

Plötzlich fesseln mich der eine und andere Tweet. Ich bemerke den gemeinsamen Hashtag (#ffv8) … tweete ein bisschen mit (oft überlege ich mir, ob man sich in eine Präsenzveranstaltung derartig von außen/ online einmischen darf, wenn einem doch der Gesamteindruck und insbesondere die gesprochene Rede dort wegen fehlendem Live-Stream abgeht… aber es hat mich einfach beim einen oder anderen Kommentar wieder einmal gar zu arg in den Fingern gejuckt).

Nebenbei bemerke ich, dass die Abkürzung ffv wohl für Forum für Vordenker steht und das ganze im Darmstadtium stattfindet. Damn! Das ist ja gerade ums Eck. Da hätte ich auch mal hingekonnt!

Jetzt erinnere ich mich an einen Tweet von @klauseck vom Morgen aus dem Zug in Richtung Frankfurt, bei dem mir kurz durch den Kopf schoß, ob ich ihn wohl (unbekannterweise) auf einen Kaffee einladen solle, wenn er denn schon mal in meine Gegend käme. Den Gedanken habe ich dann anlässliches eines schrillen Telefonklingelns wieder verworfen.

Nicht ganz so, aber ähnlich ging’s wohl auch Bernhard Jodeleit (@jodeleit), der seine Eindrücke zur Diskussion mit dem Hashtag #ffv8 gleich in einem kleinen Blog-Beitrag hier verwurschtelt hat. Und mir dadurch die Anregung verpasst, das gleiche aus anderer/ meiner Sicht hinterherzujagen.

Der gleiche Tweet war nämlich einer derjenigen, die mich haben aufmerken lassen: “Wenn ich die richtige Kultur habe, ist erfolgreiche SoMe eine zwingende Konsequenz. Wenn nicht, ist SoMe harte Arbeit #ffv8″
Auch ich dachte bei mir… aha… SoMe also Social Media… jedoch war mein Gedanke nicht, dass man das ja hätte ausschreiben können, sondern vielmehr, dass ich doch lieber SM benutze, da die Abkürzung so schön zweideutig ist… und Zweideutigkeiten… und Wortspielereien, die liegen mir Spielkind einfach.
Und auch der Begriff der Unternehmenskultur hat mich angesprochen. Aber wieder nicht im Sinne Jodeleits. Vielmehr fühlte ich mich betroffen daran erinnert, dass meine Unternehmenskultur sich für mich als Mitarbeiterin so gar nicht gemäß anfühlt. Und in der Manier von Jodeleit (ja, spätestens jetzt bitte seinen Blog-Beitrag lesen, um meine Vorgehensweise verstehen zu können) möchte ich folgende Reihenfolge aufstellen:

Social Media -> Mitarbeiterin -> Unternehmen -> PR (-> Social Media)

Und damit Social Media auch irgendwann mal in meinem Unternehmen (bei der PR) ankommt, … geh ich dann Morgen (mal wieder) Kultur aufmischen.

Frisch gestärkt durch Twitter.

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Grabrede @cspannagel


Der plötzliche Rückzug von Christian aus der Web 2.0 Welt hat ja gestern eine mittelgroße Wave … ähem Welle… verursacht und einige etwas überraschte Gesichter hinterlassen.

Hierzu wurde unter dem Beitrag wie auch außerhalb (z.B. in der ganz eigenen Mo-Manier hier) wild kommentiert und spekuliert über die Hintergründe, insbesonders ausgelöst durch die nebulöse – aber eindringliche – Formulierung: “Das hat tiefe, persönliche Gründe.”

Aber auch interessante Reflexionen der eigenen Web 2.0 Aktivitäten erreichen hier und da die Oberfläche des Bewusstseins und die Bildschirme interessierter LeserInnen. So merkt Hockey in einem Kommentar unter Mos Digital Suicide Beitrag an, dass Twitter “in seiner Kürze oft zu apodiktischen Aussagen” verleite, des Weiteren Jean-Pol, dass wenn so bei ihm irgendwas gut laufe, er das unbedingt twittern müsse, wenn allerdings wenig oder gar nix gut laufe, er auch wenig twittere.

Und genau hier möchte ich auch die Wende markieren, vom Spekulieren über die Gründe weg hin zur Reflexion der eigenen Person.
Dies nicht nur aus dem Grunde, dass wir ja alle auch für uns in Anspruch nehmen, dass jeder/ jede von uns machen dürfe was er oder sie wolle, seine/ ihre Privatsphäre selbst abstecken darf und so weiter und so fort.
Sondern aus dem Grunde, dass Selbsterkenntnis doch immer noch die fruchtbarste Erkenntnis für’s Individuum darstellt.

In Kurzform: @cspannagel … akzeptiert – @ ich du wir … wo stehen wir?

Gib mir drei #tags, warum Du (wenn auch nur zeitweise) persönlich aus dem Web 2.0/ Social Web ausstiegest.. und ich geb Dir meine drei ;)

#Laune
#Beziehung
#Leidenschaft

Und um doch nochmals die Kurve zu @cspannagel zu kriegen…
… ihr seid ja (fast) alle Christen, die ihr bei mir lest… und deshalb wisst ihr ja… auf den Tod … folgt die Auferstehung… und darauf das ewige (digitale?) Leben. Amen.

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… und ich zeig Dir, wer Du bist….


Spontan erinnert mich diese Diskussion an meine Kindheit in einem unterfränkischen Dorf. Die Überlegungen/ Ängste/ Gedanken, die darin hin- und hergewiegt werden entsprechen m.E. erstaunlicherweise – wenn auch anders codiert und in Bezug auf ein anderes Umfeld – ziemlich genau den damals auf dem jährlichen Starkbierfest (und um dieses herum) gelebten.

1. Willst Du meine Freundin sein?

Hoch angesehen war, wer am “Bürgermeistertisch” mittrinken durfte (denn der wurde vom Bürgermeister in sein Netzwerk eingelassen/ eingeladen). Die Gesprächsfetzen, die als Kind unter dem Tisch zwischendurch an mein Ohr drangen waren polemisch, die Gespräche an sich kamen mir wenig von freudigem und offenem Austausch geprägt vor (obwohl ich mich irren kann, da ich mich recht schnell immer wieder meinen eigenen Gedanken zuwandte). Aber macht ja nix, der Status macht’s … und wird’s wahrscheinlich auch (so die Hoffnung) in Zukunft bringen.

2. In die Gesellschaft eingeführt zu werden oder Teil der Gesellschaft sein?
Es genügte mitnichten, einfach nur eine Einwohnerin zu sein. Nein. Man musste in die Gesellschaft eingeführt werden. In die diversen Vereine migenommen (um die Macher kennen zu lernen, um mitzuspielen). Und man lernte sich natürlich in die Themen ein, die die Macher vorgaben. Man spielte die Spiele (z.B. im Sportverein), die die Macher vorgaben. Man sang die Lieder (z.B. im Gesangsverein – auch ein beduetendes Netzwerk), die die Macher (nein, Macherinnen gab es damals noch nicht) sangen.

3. Arbeiten oder Spielen?

Das war natürlich harte Arbeit. Arbeit der Kategoriesierung. Auswahlarbeit. Mit Spielen (LernSPIELwiese) hatte das Ganze wenig (bis nichts) zu tun. Sich mit jenen am Wegesrand, der die Regeln nicht kannten oder virtuos anwandten abzugeben, war bestenfalls Zeitverschwendung. Schlimmstenfalls ein Grund, aus der erlauchten inneren Gruppe zu fliegen. Oder als (potentiell gefährlicher) Sonderling drinbleiben zu dürfen, weil man mit einem der “Influencer” familiär verbandelt war.


4. Kennst du (meine) Regeln?

Die Regeln waren (natürlich) von den Machern gemacht.

Das hat mir schon damals nicht behagt.

Deshalb:
1. Ich bin nicht an meinem Netzwerk “messbar”, da dieses fließt, ich spielen möchte und (zumindest ein bisschen mehr) “open minded” werden.
2. Ich lade Dich ein in mein ein Netzwerk, vielleicht lernen wir ja Seiten aneinander kennen, die zuvor unvorstellbar waren.
3. Ich akzeptiere Deine (anderen) Regeln, denn das Internet ist halt auch nur

ein Dorf.

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Hauptsache: Die Quote stimmt!


Leider leider wurde ich von RL-Geschäften (Hund musste mal ;) ) davon abgehalten, Uni 2.0 #tazlab bis zum Ende zu verfolgen. Die Aussage, über die ich mich im Folgenden ereifere, fiel jedoch schon ganz zu Beginn. Gesprochen vom großen @ciffi.

Aufgrund der Wallung, die diese in mir ausgelöst hat, kann ich nicht wortgenau zitieren, nur paraphrasieren. Der Satz des Anstoßes lautete (zumindest so in etwa):

Nicht auf die Anzahl der Follower kommt es an, sondern auf die Quote.

Veranlasst war dieser über die Selbstvorstellung von @cervus, gleichsam ein Star unter den Twitterern, z.B. abzulesen an der (zu jenem Zeitpunkt) Follower-Zahl von 1603, mittlerweile im Übrigen schon wieder 1606. Seine “Quote” ist so gut, wie seine Follower-Zahl hoch ist. Die Quote, um die es sich hierbei handelt, besteht im Verhältnis von Verfolgten und Verfolgern. Je weniger Twitterer man verfolgt und je mehr einem folgen, desto besser schneidet man ab. Wobei niemandem zu folgen und von allen verfolgt zu werden, ist auch schon wieder verpönt. Das angestrebte Optimum ist wohl ein Verhältnis von 1:3. Für jeden, dem ich folge, folgen mir wiederum drei.

Genug der Vorrede… ich war, kurz gesagt: entrüstet.

Aber warum nur?

1. Wo bleibt das “Spielerische”?
Zurück in die Schule/ das Studium versetzt. Wenn ich mich (gerade mal) darauf konzentriere, auf eine Klausur, Hausarbeit oder was auch immer eine Spitzen-Beurteilung zu bekommen, geht mir (persönlich) ehrlich gesagt ein bisschen die Freude an der Sache verloren. Es ist das Spielerische, das Tun um des Tuns willen, das Ausprobieren um des Ausprobierens willen, das mir dann (gelegentlich) aus dem Blick gerät.

Ich möchte aber lieber mal den einen oder anderen Schrott-Account auf Twitter hinzufügen, ein bisschen lesen, vielleicht wieder “kicken”, oder aber auch vergessen und vergammeln lassen.

Ich möchte auch mal zwei drei Tage übelst langweilige Dinge twittern dürfen.. ohne gleich zu denken… “Oh je, jetzt denken meine ganzen Follower, sie ist doch dement… schnell weg von ihr, das steckt an”.

2. Stars sind halt (nur) Stars…
Wende ich meinen Blick weg vom “Produzieren” von Tweets hin zum “Rezipieren”, auf die Auswahl derjenigen, denen ich folge, so stelle ich ebenso Erstaunliches an meinem Verhalten fest. Ich meide (aus welchen Gründen auch immer) populäre Twitterer. Lange habe ich gezögert, z.B. @cspannagel zu folgen, auch an @cervus habe ich mich erst vor kurzem drangehängt. Wie kommt’s?

3. Was für mich zählt ist … Kommunikation
Wahrscheinlich Vorurteile. Für mich machen der Nutzen von Twitter vor allem die neu (oder überhaupt erst) gewonnenen Kommunikations- und Kontaktmöglichkeiten aus. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Stars (aus welchem Bereich auch immer) überhaupt (noch) kommunizieren können, weil jeder irgendwann an seine Kapazitätsgrenzen stößt… und zwangsläufig selektieren muss, mit wem er sich wieviel austauscht.
In diesem Aspekt habe ich mich allerdings offensichtlich getäsucht, wie ich an dieser Stelle zugeben muss. Twitter-Stars sind kommunikativ. Was mich auf die Hypothese bringt…

4. Oder bin ich einfach nur neidisch?
Da verlinkt einmal ein @cervus auf meinen Blog, …der daraufhin in den Genuss ungeahnter Zugriffszahlen kommt. Da redet man in der Pause mit der Kollegin über Social Media… und wen kennt sie in seiner Twitter-Rolle? Dreimal dürft ihr raten.

Ja. Das muss es sein. Ich bin neidisch. Weil ich auch ein (Twitter-)Star sein will. Deswegen, ihr Twitter-Stars. Verratet mir doch mal, wie ihr das macht?

… damit die mons7 …. zur Quotenfrau werden kann ;) ;) ;)

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