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Gastbeitrag. Die Didaktik. Vorgestellt vom Stefan Hoffmeister.


blaues Hemd-3(1) Gastbeitrag auf der Lernspielwiese, der erste!

Ich freue mich sehr. Über (m)einen ersten Gastbeitrag. Vom Stefan Hoffmeister.

Stefan Hoffmeister ist Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen (IHK) und absolviert derzeit eine Ausbildung zum Social Media Manager. Im Social Web ist er unter seinem Pseudonym “Geistreich78” anzutreffen. Er unterhält mehrere Blogs zu den Themen Social Media, eCommerce und Domain Business. 2009 hat er das Internet Sanitätshaus “justlife24.com” – mit Multichannel eCommerce Strategie, gegründet.

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Begriffsdefinition Didaktik

Der Begriff der Didaktik wird grundsätzlich nur für das schulische Lernen verwendet. Da es in der Erwachsenenbildung nicht nur um reine Wissensvermittlung gehen darf, wird hier der Begriff didaktisches Handeln benutzt. Die Didaktik ist ein Überbegriff der Unterrichtslehre oder die Theorie vom Unterricht. In der Fachliteratur findet man fünf Gegenstandsfelder der Didaktik:

•    Die Wissenschaft vom Lehren und Lernen
•    Die Theorie oder Wissenschaft vom Unterricht
•    Die Theorie der Bildungsinhalte
•    Die Anwendung psychologischer Lehr- und Lerntheorien

Hans-Dietrich Raapke ist ein emeritierter Professor für Pädagogik und Erwachsenenbildung an der Universität Oldenburg. In Oldenburg arbeitete er im Institut für Pädagogik und hier bei der Arbeitsstätte Montessori Pädagogik.
Er definiert den Begriff Didaktik folgendermaßen:
Ziele, Inhalte und Methoden des Lehrens und Lernens sowie deren Bedingungen und die Evaluation.

Der 1939 in Iserlohn geborene Erziehungswissenschaftler Horst Siebert, 30 Jahre lang Professor an der Leibniz Universität in Hannover, hat eine eigene Definition:
Didaktik ist prinzipiell die Vermittlung zwischen der Sachlogik des Inhalts und der Psychologie des Lernenden. Zur Sachlogik gehört eine Kenntnis der Strukturen und Zusammenhänge der Thematik, zur Psychologie die Berücksichtigung der Lernstrukturen und die Motivationsstruktur der Adressaten.

So gehören zur Didaktik die Ziele und Inhalte der Unterrichtseinheit, die Frage nach dem Wie, also der Methodik. Diese sind im Vorhinein planbar und fallen somit unter den Begriff der Organisation. Der Lehrende sollte ein umfassendes Wissen in der jeweiligen Thematik besitzen, Kommunikations- und Moderationstechniken beherrschen und über ein strukturiertes Denken, wenn es um die Unterrichtsgestaltung geht, verfügen. Diese Faktoren sind kalkulierbar. Doch weitere Einflussfaktoren, wie die Persönlichkeiten der Teilnehmer, Motivation und Gruppendynamik, beeinflussen die Ergebnisse eines erfolgreichen Unterricht ebenso. Hier ist die soziale Kompetenz des Referenten gefragt. Dazu gehört Empathie zu zeigen und zu motivieren, mit Konflikten konstruktiv umgehen zu können, Entscheidungen fällen zu können, Rollen zu erkennen und einzuschätzen, Stärken und Schwächen des Anderen zu erkennen, ausgleichend und engagiert zu handeln. Aber auch die anschließende Selbstreflexion und die Gesamtevaluation gehören zur Didaktik. Die Lernergebnisse der Teilnehmer müssen schlussendlich messbar sein.

Vorbereitung und Planung Voraussetzung für späteren Lernerfolg

Die Vorbereitung und die Planung eines Seminars und/oder des Unterrichts nehmen sehr viel Zeit in Anspruch. Doch ist diese Vorbereitungsphase unabdingbar. Ziele, Methoden, Materialien müssen vorbereitet sein, an alle Unvorhersehbarkeit gedacht und die eigene körperliche und geistige Verfassung trainiert werden. Oben genannter Siebert drückt das in den drei Dimensionen des didaktischen Planens aus.
Als erstes steht die vorbereitende Planung. Diese umfasst die Auswahl der Lernziele, Inhalte, Materialien und der Methoden. Als zweites die Überlegung möglicher Alternativen und Varianten. Dies ist nötig, da die Vorkenntnisse, Lernstile, Verwendungssituation, Heterogenität der Gruppe nicht vorhersehbar sind. Und drittens eine mentale Einstellung der Lehrenden auf Überraschungen. Während des Ablaufs eines Seminars und/oder des Unterrichts können immer unerwartete Situationen auftreten: unbequeme Zwischenfragen, Teilnehmervorschläge, zwischenmenschliche Konflikte unter den Teilnehmern oder der Ausfall von technischen Geräten.

Spannungsfeld von Zielgruppen- und Teilnehmerorientierung

Geht es um Didaktik, speziell in der Erwachsenenbildung, spricht man oft von der Zielgruppen Orientierung und der Teilnehmer Orientierung. Sie stehen in einem Spannungsfeld zueinander. In der Vorbereitung sieht man die Zielgruppe und die Inhalte die man vermitteln möchte. Während des Seminars und/oder im Unterricht nimmt man aber den einzelnen Teilnehmer und dessen Bedürfnisse war. Die Teilnehmerorientierung soll nicht lediglich neues Wissen vermitteln, sondern die Erfahrungen, Einstellungen, Emotionen, Betroffenheit, Werthaltungen, Deutungsmuster, Lern Erfahrungen sowie die spezifischen Ausgangslagen der Teilnehmerinnen in den Bildungs Prozess einbinden.
Diese Vorgehensweise empfiehlt Dr. Tilly Miller, Referentin an der katholischen Stiftungs Fachhochschule in München. Sie schrieb in ihrem Buch „Grundlagen der Weiterbildung, Sozialarbeitsorientierte Erwachsenenbildung“, über insgesamt 13 Praxisbeispiele, die deutlich machen, wie in der Sozialarbeit erwachsenenbildnerisch gearbeitet werden kann.
Wenn die Teilnehmerinnen diejenigen sind, die nach ihren eigenen Logiken lernen und bestimmen, ob und was sie wie lernen, dann liegt es nahe, ein Seminar teilnehmergerecht zu gestalten. Der Begriff Teilnehmerorientierung korrespondiert dann mit Konzepten der Selbstbestimmung und Selbstorganisation.

Teilnehmerorientierung

Das Prinzip der Teilnehmerorientierung bestimmt sich nach dem normativen Bildungsverständnis, das Bildung als freiheitliche Aneignung und als Erweiterung des Selbstbestimmungspotenzials sieht.
Frau Dr. Miller regt an sich auf der Inhalts- und Problemebene einige Fragen zu stellen:

  •  Welche Bedeutung hat das Bildungsangebot hinsichtlich Alter, Geschlecht, Identität, Rolle, Bedürfnisse, Beruf, Alltag und Öffentlichkeit?
  •  Welche Erwartungen, Einstellungen, Fragen, Interessen, Bedürfnisse, Probleme, Lebenssituationen liegen vor?
  •  Welche Erfahrungen, Fähigkeiten, und Wissensvorräte zum Inhalt können vorausgesetzt werden? Mit welchen Vorurteilen, Schwierigkeiten ist zu rechnen?

In Bezug auf die konkrete Seminarebene ist zu fragen:

  •  Gibt es Möglichkeiten, die Teilnehmerinnen bereits im Vorfeld des Seminars in die Seminarplanung einzubeziehen?
  •  Welche Erfahrungen in Bezug auf Lehren und Lernen liegen vor?
  •  Wie können die Teilnehmerinnen den Seminarprozess inhaltlich und methodisch mitgestalten? Wie können sie grundsätzlich Kritik äußern sowie Vorschläge, Meinungen und Erfahrungen einbringen?
  •  Wie können neue Perspektiven und Problemlösungen für die eigene Alltagspraxis erarbeitet werden?
  •  Wie kann selbstständiges lernen gefördert werden?

Einen ähnlichen Ansatz verfolgte bereits Jörg Knoll in seinem Standardwerk „Kurs- und Seminarmethoden, ein Trainingsbuch zur Gestaltung von Kursen und Seminaren“. In seinem 1991 erschienenen Buch beschreibt er Methoden und Ziele:

„Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Leiterinnen und Leiter, ihre Vorkenntnisse und Erfahrungen, ihr Verhalten, Auftreten und Befinden, ihre Neigungen und Interessen spielen bei der Auswahl und beim Einsatz von Methoden eine wichtige Rolle. Damit in Verbindung und sogleich als eigener, zentraler Einflussfaktor sind die Absichten zu sehen, um die es bei einer Veranstaltung geht: was soll mit der Veranstaltung insgesamt, mit den einzelnen Arbeitsschritten und mit den verschiedenen Methoden bei den Teilnehmenden als Ergebnis ihrer Aktivität, ihres Lernens entstehen? Es geht also um das angestrebte Ziel.“

Antizipation im Vorfeld, Partizipation im Unterricht

Die Spannung besteht also darin, die vorgegebenen Ziele und Lerneinheiten zu vermitteln, aber auch gleichzeitig auf den Wissensbestand und die Interessen der Teilnehmer einzugehen. So ist es ratsam, im Vorfeld, eine Antizipation in der Planungsphase einzuplanen und während des Seminars Raum für Partizipation zu geben. In der Phase der Antizipation kennt man die Teilnehmer noch nicht. Hier verlässt man sich auf seine eigenen Kenntnisse und Vorerfahrungen, beschäftigt sich mit der Literatur und den Inhalten. Am Anfang des Seminars lernt  man die Wünsche und Bedürfnisse der Teilnehmer kennen und tritt dann in die Phase der Partizipation. Die Mitbestimmung der Teilnehmer ist meist aber sehr beschränkt möglich. Sie wollen etwas Neues lernen, wissen aber auch nicht, was dieses Neue ist. Zumeist sind sie einen Unterricht gewöhnt, indem sie nur zuhören mussten und nicht partizipieren durften. Möglicherweise wäre eine stark ausgeprägte Teilnehmerorientierung eine Überforderung für die Erwachsenen Teilnehmer. So hat an diesem Punkt der Referent eine Führungs- und Steuerungsfunktion.

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Soweit vom Stefan Hoffmeister. Auf Kommentare eurerseits werde ich ihn Hinweisen und freute mich über weitergehende Anmerkungen im Falle des Falles.
Meinen herzlichen Dank und gleich auch die Frage an euch bildungsinteressiertes Leser-Völkchen: Lust auf einen Gastbeitrag?

Es freut sich darauf

Eure mons7

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Call for Papers über Call for Papers… was alles zur Einreichung im Raume steht #mmc13


Bildschirmfoto 2013-02-17 um 15.03.20So ein praktisches Experiment wie der #mmc13 schreit ja förmlich nach wissenschaftlicher Reflexion und Aufarbeitung. Z.B. in der Form, dass man Artikel auf einen sog. Call for Papers einreicht, der dann in einem Journal oder Sammelband veröffentlicht wird. Oder einen Vortrag auf einer Konferenz hält. Und da gibt es so Einiges, auf das hin ein Input unsererseits in Frage käme.

Eine kleine Auflistung im Folgenden, vielleicht packt ja jemanden von euch ebenso die Lust dazu?

1. Interaction in Massive Courses

Thema & Ausschreibung

Das Journal, für das der Beitrag geschrieben würde, ist J.UCS, das Journal of Universal Computer Science. Es wird eine Sonderausgabe mit dem Titel “Interaction in Massive courses” geben, in dem die eingereichten und hernach akzeptierten Beiträge zu lesen sein werden.

Je mehr Studis/Lernende in der Vorlesung, desto passiver diese, so sagt sowohl eigene Erfahrung als auch Ausschreibungstext. Das könnte – vielleicht – anders sein. Irgendwie über das Internet. Aber wie? Zu überwinden gelte es das mangelnde Feedback von Lehrenden, die allgemeine Angst, sich an Lehrende überhaupt mit Fragen zu wenden, überhaupt aufzusprechen. Wie kann man also – ganz kurz gesprochen – Austausch fördern? Und Austausch meint hier sowohl zwischen Lehrenden und Teilnehmerinnen als auch Teilnehmern untereinander.

Die “suggested topics” sind demnach:

  • “Information Systems with a special focus on interaction in large classes
  • Audience Response Systems
  • Field studies about interaction in large learning groups
  • Interaction in massive courses (presence and distance learning)
  • New and Social Media use in classrooms for enhancing interaction
  • Concepts, scenarios and technologies supporting collaboration and information sharing in scope of massive courses.
  • Strategies, techniques and technologies fostering peer to peer learning and community building in massive online courses
  • Implicit knowledge discovery and recommender systems for enhancing collaborations within massive online courses
  • Human-­‐Computer-­‐Interaction (HCI) concepts to enhance interactions in massive online courses
  • Literature reviews on interaction in large learning groups, e.g. MOOCs
  • Position and vision papers”

Einreichungsdeadline

Eingereicht soll das Ganze bis zum 9. Juni sein, dabei sind aber strengstens (wie bei allen Journals) die “Submission Guidelines” einzuhalten, die da zu finden sind hier. Sodann der Inhalt spannend für die Wissenschaftsgemeinde und gut getextet ist, auch die Form eingehalten, ab damit als pdf und via eMail zu einem der im CfP Genannten.

Vortrags-/Veröffentlichungsdatum

ist im Januar 2014. Also gleich Anfang nächsten Jahres.

Weitere Infos

zu finden im pdf hier.

2. Distance und/oder open Education

Thema

Thema ist im Grunde die Frage hinter aller elaborierten Formulierung, was dieser ganze MOOC-Hype jetzt für eine langfristige Auswirkung auf die Fernlehre haben könnte. Also konkret: Muss sich Fernlehre ändern, um überleben zu können, und wenn ja, wie. Oder anders konkret: Was können Anbieter von Fernlehre tun, um vom Hype eventuell sogar zu profitieren.

Konkrete Themen/Fragestellungen

  • “Wird mit den MOOCein neues E-Learning-Kapitel aufgeschlagen?
  • Was kann man von den MOOCs lernen?
  • Sind die MOOCs eine Herausforderung für die Fernlehre?
  • Wird es künftig Bildung umsonst geben?
  • Hat der Fern-Studienbrief endgültig ausgedient? Wird er durch Videos ersetzt?
  • Welche Bedeutung haben instruktionale Videos für die Lehre?
  • Ist „open education“ der Trend der Zukunft?
  • Gibt es eine MOOC-Didaktik?”

Einrechungsdeadline

15.04.2013 und zwar via eMail an agfernstudium@googlemail.com und das in 2.000 Zeichen.

Vortrags-/Veröffentlichungsdatum

Findet das eingereichte Abstract gefallen, so hält man einen 20 minütigen Vortrag auf der Frühjahrstagung der AG-F, und die findet in Koblenz am 06. und 07. Juni statt.

Weitere Infos

zum vorläufigen Programm finden sich auf der Website hier. Cfp als pdf hier.

3. re:publica 2013

Thema

“Die re:publica ist eine Konferenz rund um das Web 2.0, speziell Weblogs, soziale Medien und die Digitale Gesellschaft. Sie wird seit 2007 jährlich in Berlin veranstaltet. An drei Tagen werden in Vorträgen und Workshops verschiedenste Themenfelder behandelt, von Medien und Kultur über Politik und Technik bis zu Entertainment. Alle Vorträge und Diskussionsrunden werden als Videostream live ins Netz übertragen.”

so zumindest die Wikipedia.

Ausschreibung

Man sollte was abliefern, das

irgendwie ins Gesamtprogramm passt, qualitativ wertvoll ist und irgendwie auch noch innovativ. Das war’s. Habe ich zumindest hier so entnommen.

Einrechungsdeadline

Der CfP ist (leider) schon beendet. Siehe hier. Dörte, Heinz und ich haben noch gerade rechtzeitig was eingereicht. Wir sind gespannt, ob unser Vorschlag angenommen wird,… Ende Februar sollte es eine Rückmeldung dazu von den Veranstaltern geben.

Vortrags-/Veröffentlichungsdatum

Das wäre in diesem Falle ein Vortragsdatum (wobei… veröffentlichen kann man ja seine zugehörige Präse parallel dazu), und zwar an einem der drei Veranstaltungstage in Berlin. Und die sind vom 6. bis einschließlich 8. Mai. Bist Du dabei?

Weitere Infos

hier.

4. PLE Conference 2013

Thema

“Personal Learning Environments (PLEs) are an approach to Technology-
Enhanced Learning based on the principles of learner autonomy and empowerment”, so ist dem unter “Weitere Infos” verlinkten CfP zu entnehmen.

Spannendstes Konferenzthema

“PLE and Massive Open Online Courses (MOOC)” ;) Es gibt noch viel mehr davon, und das beste: die Liste ist nicht abschließen, die im CfP zu finden ist.

Einrechungsdeadline

04.03.2013. Ergo: Hier müsst ihr euch sputen!

Vortrags-/Veröffentlichungsdatum

Sehr interessant, dass es ganz verschiedene, dabei ganz unkonventionelle Formate gibt, in welcher Art man seine Einreichung gestalten kann: “The conference organisers welcome extended abstracts for full papers (maximum 1,200 words) or short papers (maximum 700 words). We also invite submissions of short abstracts (400 words) for other submission types, such as pre-conference workshops, pecha kucha, sessions, symposia, poster sessions.” (Dem CfP eins weiter zu entnehmen.) Wenn ich es richtig verstanden habe, hier muss ich aber nochmals nachlesen, wird sowohl eine schriftliche Ausarbeitung als auch ein Vortrag erwartet.

Die Konferenz an sich findet zwischen dem 10. und 12. Juli statt. Und zwar an zwei Orten, nämlich Berlin und Melbourne.

Weitere Infos

CfP als pdf findet sich hier.

5. GMW13: eLearning zwischen Vision und Zukunft. Zum Stand der Dinge.

Thema

Bei der GMW (Gesellschaft für Medien in der Wissenschaft e.V.) bin ich im Übrigen auch Mitglied. Thema und Ziel sind im Grunde eine Bestandaufnahme, aber auch das Aufspüren von Trends, die in der Luft liegen. Na ja, und wie man diese aufgreifen und in Hochschule auch umsetzen könnte.

Themenbeispiel

Als Themenbeispiel auch hier wieder im Angebot “Massive Open Online Courses (MOOCs) und ihre Potentiale für Hochschulen”.

Einrechungsdeadline

Es gibt hier zwei verschiedene Daten, das frühere ist der 15.4.

Vortrags-/Veröffentlichungsdatum

Alle Beträge werden in einem Tagungsband veröffentlicht, der den Teilnehmenden vorbildlicherweise schon vor (!) der Tagung zur Verfügung gestellt werden wird. Die Tagung an sich besteht aus einer Pre-Conference am 2.9., die Hauptkonferenz findet zwischen dem 3. und 5.9. statt, erfreulicherweise für mich in Frankfurt am Main.

Weitere Infos

Entweder auf der Website oder auch als pdf.

Na? Lust bekommen? Dann ran an den Speck! :)
Oder aber genießt ganz chillig noch den Rest vom Sonntag wie ich,

Eure mons7.

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MOOC-Veranstaltung als Strukturierungsangebote von Raum und Zeit im Virtuellen #mmc13


Bildquelle. Nachdem mein Prämissen-Thesen-Post zur Nähe-Distanz-Problematik im virtuellen Raum nicht ohne Widerhall geblieben ist, was mich so überrascht wie erfreut hat, gleich mal eine Fortsetzung davon.

Im virtuellen Raum.

Um Nähe und Distanz überhaupt als herstellbar betrachten zu können, braucht es einen (virtuellen) Raum, in dem eine wie auch immer geartete Verortung vorgenommen werden kann. Aber was ist das eigentlich, der virtuelle Raum? Mit dieser Frage begebe ich mich recherchierenderweise ins Internet.

Erste spontane Funde.

“Im Gegensatz [zu Face-to-Face-Kommunikation] handelt es sich bei der comuterbasierten Kommunikation um einen Austausch zwischen Personen, die sich nicht gleichzeitig und gemeinsam an einem Ort bzw. in einem Raum aufhalten.” (Reiterer & Deussen (Hrsg.), 2012, S. 193). Dieses sich physisch nicht im gleichen Raum aufhalten bei gleichzeitiger Verwendung des Begriffes Raum im Virtuellen, macht einen erweiterten Raumbegriff nötig. “Ein erweiterter Raumbegriff berücksichtigt, neben seiner materiellen Erscheinung, auch seine soziale Konstruiertheit.”  (Reiterer & Deussen (Hrsg.), 2012, S. 194) Wobei so richtig weitergehend bin ich noch nicht fündig geworden. Was dies denn nun sei. Der virtuelle Raum. Werde wohl mal bei Jana (Hochberg, 2012) nachlesen. Oder ihr könnte mir einen einschlägigen Hinweis geben? Und werde daraufhin einen eigenen Post dazu verfassen. Zum virtuellen Raum.

Mögliche räumliche Aspekte

Spätestens hier wird deutlich, dass ich mich weder schon tief eingelesen, noch das zu beschreibende Phänomen durchdrungen hätte, als dass ich Worte dafür finden könnte. Deshalb – unter dem Vorbehalt, meine Ahnung demnächst ganz anders auszudrücken und zu benennne, im Folgenden einige Aspekte, die für die Konstitution und Konstruktion des virtuellen MOOC-Raums aus Veranstalterperspektive von Bedeutung sein könnten.

Der MOOC-Blog als Veranstalter-WG.

Diese Definition wurde von Veranstalterseite eingebracht. Visualisiert durch das bereits mehrmals wiederverwendete Bild von Dörte und mir auf zwei Couches. Ähnliche Konnotation auch von Teilnehmerseite von Sibylle Würz mit der Verbildlichung des Atmosphärischen als Gasthaus in zwei Teilen (Teil 1 und Teil 2). [Hier jedoch fraglich, ob damit nicht vielmehr Umfassenderes denn das Veranstalter-Blog gemeint.] In einem anderen Teilnehmerbeitrag in Form eines (öffentlichen) Hangouts on Air nämlich wurde die Atmosphäre direkt auf dem Blog wiederum als weniger ansprechend empfunden. [Finde den HOA just gerade nicht, bitte um Hinweis als Kommentar, damit ich ihn verlinken kann, so von jemandem gerade greifbar.]

Die Anmeldeseite als Manifestierung der Gäste.

Irgendwie müssen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen sichtbar werden können. Sich selbst sichtbar machen. Sich gegenseitig (wieder-)erkennen oder überhaupt wahrnehmbar werden. Dies geschah und geschieht über eine Seite des Blogs, die Anmeldeseite. Auf dieser verweisen die von den Teilnehmern freiwillig zur Verfügung gestellten Links auf deren Background, virtuelle Heimat. Dabei sind, wie in realen Zusammenkünften, manche zugeknöpfter, manche offenherziger im zur Verfügung stellen. Einige haben nachgelegt.

Einleitende Blog-Posts als vorschlagendes Angebot von Handlungsrahmen und -raum.

Die schon vor Beginn des #mmc13 formulierten und versandten Blog-Posts (Countdown7 Tage6 Tage - 3 Tage2 Tage) hatten somit die Funktion, bereits dann den Handlungsrahmen und -raum abzustecken, um Teilnehmern ein erstes Angebot zu unterbreiten. Je häufiger ein MOOC in dieser Form stattgefunden haben wird, desto mehr können diese Funktion diejenigen Teilnehmer übernehmen, die bereits an einem solchen teilgenommen haben.

Kommentarfunktion als Rückversicherung.

Hierüber bin ich mir ganz und gar nicht sicher. Da die Kommentarfunktion nicht sehr oft genutzt wurde. Oder weniger oft, als bei der Anzahl der Personen, die sich anonym angemeldet haben (ca. 365; Stand 07.02.13) – und damit sich in großem Teil mit den öffentlichen Anmeldungen überschneidend, da die anonyme Anmeldung den E-Mail-Versand der Blog-Posts sichert – angenommen werden könnte.

Trotzdem. Ich möchte den Gedanken mal *in den Raum* stellen ;) … und vielleicht finde ich ja Mittel und Wege der Verifizierung. Oder Falsifizierung.

Nicht-öffentliche Hangouts als Ort des Socializing und gemeinsamer Erholung.

Interessant, dass der Begriff “hangout” übersetzt ins Deutsche auch Bude oder Lieblingstreff heisst. Tatsächlich nutzen wir Veranstalter gelegentlich einen Hangout zu dritt, um uns während stressigeren Phasen abzusprechen, aber nicht nur, sondern vielmehr auch zusammen zu entspannen. Um ein bisschen zu plaudern, … und um das Gefühl zu kriegen, dass wir nur den Ball flach halten müssen.

Öffentliche Hangouts als offizielle Familienfeste.

Die öffentlichen Hangouts muten – im Vergleich – für mich an wie Familienfeste. Eine goldene Hochzeit. Oder ein 50. Geburtstag. Ich mag Familienfeste. Es laufen alle ein. Alle haben sich irgendwie mental darauf vorbereitet. Zum Teil schick gemacht. Ein Ereignis gibt es zu feiern. Durch die Zusammenkunft und gemeinsames Ausgelassensein entsteht eine Zäsur im täglichen Allerlei. Wofür man sich manchmal – z.B. Freinehmen von der Arbeit -  die Luft schaffen muss.

Manche mögen sowas auch gar nicht.

Mögliche zeitliche Aspekte

Wochenthemen als zeitliche Vorstrukturierung vergleichbar mit z.B. Faschingszeit

Der Wochenrhythmus gibt verschiedene Unterthemen bezogen auf den Zeitraum vor. Das Thema färbt gleichsam den Zeitraum ein. Vergleichbar mit dem derzeit stattfindenden Fasching. Die Einfärbung ist in diesem Falle Spass haben, den Winter hinter sich lassen. Kollektives und erlaubtes aus dem Rahmen fallen. Eine andere Einfärbung dieser Art ist z.B. die Adventszeit. Ursprünglich als kollektive Besinnungs- und Fastenzeit gedacht, auch wenn mittlerweile Kommerzialisierung und Fresserei übernommen haben.

Zäsuren durch synchrone Ereignisse

Obwohl ich die beiden Formen von Hangout oben unter räumliche Aspekte subsumiert habe, so finden sie doch auch zu einem gewissen Zeitpunkt statt, der (zumindest zunächst, nicht jedoch, wenn man den HOA nachschaut) Synchronität herstellt. Aus welchem Grunde sehnen wir uns eigentlich nach gelegentlicher Synchronizität?

Wochenanfangs- und Wochenabschluss-Posts äquivalent zum den Morgen und den Abend einläuten.

Eine bleibende Erinnerung meiner Kindheit ist das 6-Uhr-Läuten am Morgen. Vor meiner Zeit war das wohl der Wecker-Ersatz gewesen. Das 6-Uhr-Abend-Läuten hatte aber sogar noch zu Zeiten meiner Kindheit eine Funktion für mich. Dann musste ich nämlich spätestens zu Hause sein. Wenn es läutete.

Als zeitliche Orientierungspunkte analoger Funktion mute mir die Wochenanfangs- und -abschluss-Posts an. Sie markieren den Beginn und das kollektive Ende einer Einfärbung (s. dazu oben).

Zum guten Schluss

Bei alledem wird das gemachte Angebot von Veranstalterseite immer wieder neu ausgehandelt und ist einem konstanten Veränderungsprozess unterworfen. Wobei die an der Veränderung beteiligten diejenigen sind, die bestimmte Aspekte auf ähnliche Weise wie die Veranstalter interpretieren.

Besucher des Blogs z.B., die zu diesem so gar keinen Zugang finden können demnach als solche interpretiert werden, für die an das Strukturierungsangebot der Veranstalter aufgrund anderer Sozialisations- und Lernerfahrungen nicht andockbar ist, denn die “Präsenz räumlicher Erfahrungen, die in der täglichen Raumpraxis ständiger Bestätitgung und Anpassung unterworfen sind, schafft die Voraussetzung für die Akzeptanz von entsprechend kontextualisierten Online-Räumen”  (Reiterer & Deussen (Hrsg.), 2012, S. 201)

So. Jetzt aber wirklich Schluss.

Eure m

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Literatur

Hochberg, J. (2012): Das Verhältnis der Wirklichkeitsbereiche: Online – Offline: Was ist virtuell, was ist Realität. Saarbrücken: AV Akademikerverlag.

Reiterer, H.; Deussen, O. (Hrsg.) (2012): Mensch & Computer 2012. München: Oldenbourg Verlag, S. 193-202. Download.

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Exkurs in Form von Prämissen und Thesen zu Nähe und Distanz im virtuellen Raum


Love goes Bildquelle.

Zwar ist mein Blog vorwiegend Publikationsorgan, insbesondere in letzter Zeit für meine (nicht Veranstalter- sondern) Teilnehmer-Aktivitäten im Rahmen des #mmc13. Sofern ich dazu komme. Gelegentlich verwende ich es aber auch zur Dokumentation meiner Überlegungen zu einem Thema, das mich antreibt, wie z.B. dasjenige, warum es vielen Menschen so schwer fällt, von Unterricht offline zu Unterricht online zu wechseln. Also als schnödes Lern- und Überlegens-Tagebuch.

Meine “Theorie” zur Thematik: Lehren (und lernen) kann als Aushandlungsprozess von Nähe und Distanz verstanden werden, und das geht offline anders als online. Meine Prämissen und Thesen (bisher) dazu im Folgenden.

In der Hoffnung, meine Stamm-Leserinnen durch die Andersartigkeit des Artikels nicht zu “vergträtzen”. Im Zweifelsfalle einfach ignorieren. Ab Morgen gibt’s wieder wie gewohnt Input. ;)

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Prämisse 1

Der Kern pädagogischen Handelns sind Mechanismen der Herstellung von Nähe und Distanz (vgl. Oevermann, 1996).

Prämisse 2

Mechanismen der Herstellung von Nähe und Distanz im virtuellen Raum sind qualitativ (und quantitativ) andere als in sog. Face-to-Face-Situationen.

Prämisse 3

Diese Mechanismen der Herstellung von Nähe und Distanz im virtuellen Raum sind beobachtbar und beschreibbar.

Prämisse 4

Z.B. im Rahmen der ethnomethodologischen Medienforschung.

These 1

Voraussetzung für das Entstehen einer Lehr-Lern-Situation im virtuellen Raum ist das wahrnehmbare Bestehen eines Raumes der (potentiell) Beteiligten.

These 2

Aufgespannt wird dieser Raum durch eine Gemeinsamkeit, und zwar einen Bezug zur Thematik. Dabei ist lediglich irgendeine Art von Bezug notwendig, nicht zwangsweise ein ähnlicher Zugang/eine ähnliche Perspektive.

These 3

Damit die Beteiliegten sich gegenseitig als potentielle Lernpartner wahrnehmen können, braucht es eine für diese wahrnehmbare Differenz des Lernstandes.

These 4

Möglicher Ausdruck von Lehr-Lern-Vorgängen sind (wahrnehmbare) virtuelle Artefakte.
[Was ist mit "Lurking"?]

These 5

Faktor Zeit. Zeitpunkte und -dauer des Aufenthaltes eines Lerners im virtuellen Raum sind relevante Eckdaten für Mechanismen der Herstellung von Nähe und Distanz im virtuellen Raum.

These 6

Faktor Streuung. Beteiligte Lerner und Lehrende werden wahrnehmbar über ”Spurenlegung” in verteilten Systemen.

These 7

Faktor Intensität. Es besteht eine kritische Anzahl an wahrnehmbar hinterlassenen Spuren, die notwendig ist, um Wahrnehmbarkeit der Verusacherin zu gewährleisten.

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Oevermann, U. (1996): Theoretische Skizze einer revidierten Theorie professionalisierten Handelns; in: Combe, A., Helsper, W.: Pädagogische Professionalität. Frankfurt a.M., 70-182.

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Aufschlussreiches zum Verhältnis zwischen Mensch und Technik


Muse (oder besser Zeit zu haben) bringt mich automatisch zurück dahin, wissenschaftliche Texte – und zwar nicht primär zum Erkenntnisgewinn, sondern aus Freude an der Rezeption und dadurch des Gewinns an Erkenntnis – zu verschmökern. Einen davon hatte ich schon eine Zeit lang bei mir liegen. Und zwar den von Wolfgang Ruge, den er mir dankenswerter Weise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Bei der Veröffentlichung handelt es sich um seine Masterarbeit, die – m.E. mehr als zu Recht – mit einer Eins.Null bewertet wurde.

Warum der Band mir mehr als ein “iLike” wert ist? Sondern vielmehr viele, und zwar 4 davon.

iLike 1: Kurzweilig zu lesen

Wissenschaftliche Texte werden ja zumeist nicht so gerne mit an den Strand getragen, weniger wegen des Gewichts als der Schwere, diese zu lesen. Wolfgangs Text liest sich vergleichsweise flüssig, trotzdem (oder gerade deswegen?) gut durchstrukturiert zu sein. Die sparsam eingesetzten Abbildungen sind wahrhaftige Visualisierungen, die vorher dargestellte theoretische Konzepte in der Tat klarer “vor Augen führen”. So z.B. die visualisierten vier Stufen von Lern- und Bildungsprozessen auf Seite 12, oder auch die Übersicht über die ausgemachten Kategorien und zugehörigen Eigenschaften nebst Dimensionierung auf Seite 89. Im Text hatte ich noch überlegt, wie man nochmals Eigenschaften und Dimensionierungen unterscheidet, ein Blick auf die Seite 89 genügt, um dies schlagartig klar zu werden zu lassen. (Und genau das meine ich, mit “gute Visualisierung”. Keine Verspieltheit, vielmehr Darstellung, die Gedankengang (ganz) offenSICHTlich(er) macht.)

iLike 2: Thematische Schneidung

Im Grunde drehen sich die Ausführungen um “die Frage nach dem Verhältnis zwischen Mensch und Technik”. (7) Dies jedoch nicht dargestellt auf solch abstrakter Ebene, dass die Ausführungen wenig konkret – und dadurch nicht mehr widerlegbar bzw. schlecht diskutierbar werden und lediglich ein gefühlsmäßiges Zustimmen oder Ablehnen hervorrufen. Sondern vielmehr konkret an sieben Filmen (z.B. I Robot), die unter dem Aspekt der Thematisierung untersucht werden, wie sich das Verhältnis zwischen Roboter und Mensch darin gestaltet. Was mich zur verwandten Methode der Untersuchung bringt.

iLike 3: Zugrunde liegende qualitativ-empirische Untersuchung

Es handelt sich nämlich um einen empirisch-qualitative Untersuchung. Was mein Herz erfreut. Dies deshalb, da ich eine ebensolche seinerzeit im Rahmen meiner Magisterarbeit verwendet habe. (Wolfgang allerdings Grounded Theory, ich Qualitative Inhaltsanalyse). Keinen Hinweis habe ich (leider) dazu gefunden, ob zum Kodieren ein Computerprogramm benutzt wurde (vielleicht MAXqda oder Atlas.ti). Aber vielleicht kannst Du uns, Wolfgang, ja dazu einen Kommentar hinterlassen.

iLike 4: Serendepity lässt grüßen

Besonders Spass gemacht haben die kleinen Erkenntnisse am Wegesrande, die ich erfreut zur Kenntnis genommen habe, ohne dass ich mich nach diesen jemals gefragt hätte. Zum Beispiel, was der Unterschied zwischen einem Androiden und einem Cyborg ist. Nein, den verrate ich jetzt nicht. Die interessierte Leserin schlage auf Seite 54ff. nach. ;)

Ergo: Würde ich es nicht schon besitzen, so kaufte ich es mir. Und vielleicht tue ich das auch nochmals. Denn gute Arbeit soll belohnt werden. Gute Schreib- und Recherchearbeit insbesonders.

Falls es jemand von mir leihen will, um mal reinzulesen, der melde sich im Kommentar.

Wir lesen uns!

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Meine (liebsten) Followees, wo hab’ ich euch nur her? #twitterlektionen


Bildquelle.

Followees? Was soll denn das sein? Heisst das nicht

Followers?

Auch wenn unsereins den Begriff Follower viel öfter in den Mund nimmt bzw. viel öfter unter die Linse bekommt, so bezeichnet dieser nur die eine Gruppe der relevanten “Verbandelungen” auf Twitter. Nämlich jene, die so interessiert an den eigenen Ergüssen in 140 Zeichen sind, dass sie diese gleichsam abonnieren, also eben zu Followern werden.

Aber was sind denn dann die Followees?

Followees sind jene, die ich selbst abonniert habe. Der Begriff, den ich verwende, kommt also immer auf die Perspektive an, die ich gerade einnehme. Also:

Ich schaue von mir aus.

Die, die meine Tweets abonnieren, sind “meine” Follower. Deren Tweets ich abonniere, deren Follower bin ich. Sie sind meine Followees. (Hehe. Verwirrung perfekt? Follwer Followee Follower Followee ;) :) )

Ich schaue vom Gegenüber aus.

Ich werde abonniert… also bin ich dann Followee, ich abonniere das Gegenüber, also bin ich dessen Follower. Aber Schluss jetzt. Mit dem wirr machen. Ist das nicht eh alles das selbe?

Aber ist das nicht (nahezu) deckungsgleich?

Das kann in der Tat sein. Dass mich Menschen abonniert haben, die auch ich abonniert habe. Muss aber nicht. So formuliert Philippe hier:

Und das stimmt: Obwohl es bei Twitter möglich ist, den Profilen zu folgen, die man interessant findet, halten es viele User so, dass sie das Verfolgen ans verfolgt Werden knüpfen. Hört man auf, ihnen zu folgen, so hören sie auch auf, einem zu folgen.

Ich persönlich halte das – zumindest teilweise – für den falschen Ansatz. Einschränkend teilweise deshalb, weil ich ab und an, wenn ich auf der Suche nach neuer Inspiration bin, einfach mal meine in den letzten Wochen dazu gekommenen Follower durchforste … und da regelmäßig auf eine wahre Goldgrube stoße.

Für falsch halte ich es deswegen, da diese Trennung zwischen den Gruppen Follower und Followee ja den eigentlichen “Witz” von Twitter ausmacht. Ich gebe Infos weiter, über die ich (hauptsächlich) via Twitter aufmerksam wurde. Ist nun die Gruppe der Follower und Followees komplett deckungsgleich … genau, … kommen viel weniger “frische” Hinweise rein!

Followees gestern, Followees heute, morgen, übermorgen

Doch zu meiner eigentlichen Kern-/Hauptaussage, bis zu der ich hoffe, ihr euch noch durchgelesen habt. ;) (Meine) Followees heute sind nicht (unbedingt) die von vorgestern – meine Timeline ist also im Wandel. Wie dieser Wandel zustande kommt? Zum einen, indem ich immer mal wieder Accounts – aus ganz unterschiedlichen Gründen heraus – entfolge (s. Ausmisten!), zum anderen deshalb, da ich fröhlich, schnell und gern neue Accounts mal testweise verfolge… da ich ja wenig zimperlich mit dem Entfolgen bin, kann ich dies auch ganz locker tun, ohne am Informationsoverflow zu ersticken (s. Veränderung wagen!).

Ausmisten!

Ich schaue immer mal wieder meine Followees durch. Alle paar Wochen. Im Grunde nach foglenden Punkten – obwohl mir das jetzt erst bewusst wird, in dem Moment, in dem ich dies niederschreibe.

1. Wahrnehmung des Accounts
Kenne ich das Gesicht/den Avatar? Wenn nicht, die 140 Zeichen in meiner Timeline also ohnehin untergehen, entfolge ich. Das kann (leider) auch dann z.B. sein, wenn jemand einfach zu selten postet.

2. Massenposting zu für mich irrelevantem Thema
Das kann eine Konferenz sein, deren Schwerpunkt mich gerade mal nicht interessiert (aber selten, da ich das für ein zwei Tage schon einmal einfach überlesen kann), was ich aber – wie z.B. zur Zeit – überhaupt nicht überlesen kann, sind diese EM-Tweets. Das gute daran: Wenn die EM vorbei ist, verfolge ich alle Fußballfans wieder, da die ja dann wieder twittern wie vor Fußballhochzeiten.

3. Mein Interessenschwerpunkt verlagert sich

Das war bisher in größerem Stile nur einmal der Fall. Schon immer war und bin ich interessiert, wie man in und mit Social Media lernen kann, aber auch wie man Social Media in (z.T. “verkrusteten”) Strukturen des Arbeitens und Lernen einsetzen kann, um wieder mit mehr Freude lernen zu können. Der Interessenschwerpunkt verlagerte sich vor einigen Monaten bei mir eher weg von Social Media an sich eher hin zum Lernen an sich. Was für einige meiner Lerserinnen und Leser jetzt gar keine rechte Interessenschwerpunktverlagerung darstellen mag. Fakt jedoch ist, dass ich eine ganze Reihe meiner Social Media “Gurus” nach und nach entfolgt habe, eine ganze Reihe Lern-”Gurus” dafür befolgt.

4. Twitter entfolgt für mich (gleichsam) automatisch

Hier bin ich mir aber gar nicht so sicher. Ich habe nur ab und an so einen vagen Verdacht. Dass mir Menschen (respektive Accounts) gleichsam verlorengegangen sind, obwohl ich mir sicher bin, diese befolgt und nicht entfolgt zu haben. Aber wer weiss, was man manchmal in geistiger und realer Umnachtung so alles tut. Ein schönes Gefühl ist es jedoch, einen Twitterer/eine Twittererin vermisst zu haben, auf Twitter geschaut und realisiert zu haben, dass diese(r) nocht leibt, lebt … und vor allem twittert, und diese(n) wieder zu verfolgen.

5. [to be continued]

Automatisch geht’s im Übrigen auch; so gibt es für den Mac z.B. ein Tool das “unfollow” heisst, mit dem man z.B. checken kann, wer denn von denen, die man befolgt, am längsten (und wie lange) nichts getwittert hat. Nicht schlecht, aber bisher stehe ich auf gute alte “Handarbeit”. ;)

Veränderung wagen!

Warum wiederum folge ich nun spontan Menschen/Accounts? Hier gibt es gerade so viele Anlässe, wie es solche gibt, Menschen/Accounts  zu entfolgen.

1. Ein interessanter Re-Tweet kreuzt meine Timeline

Ihr kennt das ja. Es huscht ein Tweet durch die eigene Timeline, der so (ja SO!) genial ist, dass dieser nicht der geringsten Ergänzung, keines in den Kontext stellens bedarf. Ein Tweet so gut, dass man ihn mit dem Re-Tweet-Button retweeten mag. Und wenn ihr, denen ich folge, das tut, und ich finde den Tweet gar genau so gut, na dann folge ich dem neuen Gesicht doch gleich einmal. Und hoffe auf mehr davon. Dies ist jedoch eine eher zufällige Art und Weise, auf neue Gesichter zu stoßen. Eine, die eine gewisse Tradition besitzt, also von eher systematischer Art, ist das Folgen aufgrund einer Emfehlung. Meist freitags abgegeben.

2. Doch auch tatsächlich aufgrund einer #ff Empfehlung

Ja. Auch wenn ich wahrzunehmen glaube, dass der sog. FollowFriday nicht mehr so hoch im Kurs steht, bei den Twitterern (dies wohl vor dem Hintergrund, da das Problem, Menschen/Accounts zu finden, denen man gerne folgen würde, ja mittlerweile aufgrund Masse der Nutzer nicht mehr so im Vordergrund stünde, ein Empfehlung man deshalb lieber spontan abgeben solle, anstatt sich am Freitag etwas aus der Tatstatur zu ziehen).

Trotzdem. Ich schaue mir gerne die mir freitags vorgeschlagenen Twitterer an. Und ja, ich folge gelegentlich daraufhin dem einen oder anderen Vorschlag.

3. Ich verfolge einen Hashtag (z.B. einer Konferenz die mich interessiert) und stoße in diesem Zusammenhang auf anregende 140-Zeichner

So geschehen letztens. Das war der Hashtag #zbwll. In diesem Rahmen hat @lenadoppel einen Vortrag gehalten. Den ich mir auch gleich via Adobe Connect angesehen hatte. Und der Guten, aufgrund des Eindrucks von ebenso guten Tweets wie Vortrages gefolgt.

4. Ich vollführe eine Twitter-Suche und finde dabei Menschen

Während ich also manchmal wie oben beschrieben nach Hashtags suche und dann Menschen finde, finde ich ebensolche auch über Twitter-Suchen nach Stichwort. So durchforste ich Twitter immer mal wieder spontan nach Begriffen wie eLearning oder E-Learning oder … e-Learning :)

5. Ich durchforste meine neu hinzugekommenen Follower

… welches aber mitnichten so erfolgreich (für mich) neue interessante Menschen auf meinen Schirm bringt, wie schlicht und einfach mal diejenigen Accounts durchzugehen, die mich in letzter Zeit befollowen. Das mache ich aber nur in größeren Abständen. Man braucht also einen gewissen (längeren) Atem, bis es dahin kommt, dass ich euch wahrnehme, ihr neuen Follower, außer…

6. Jemand schickt mir eine @-reply

Schickt mir jemand eine @-reply, …. und das sind in der Tat gelegentlich Menschen, die mir frisch gefolgt sind, so schaue ich mir die von diesem Menschen in letzter Zeit produzierten Tweets schon einmal genauer an. Sprechen sie mich an, springe mich an, folge. Manchmal entwickelt sich daraus sogar ein weitergehender Dialog… bis hin zu einer Diskussion mit wiederum weiteren Twitterati.

7. Jemand mischt in einer Diskussion mit, in die ich involviert bin

Was gleichzeitig Nr. 6 sein kann. Aber auch ein plötzliches von der Seite Mitdiskutieren eines twitternden Menschen, der über einen anderen twitternden Diskutanten auf die Twitterdiskussion aufmerksam wurde.

Eigentlich ganz schön viele Anlässte, Menschen auf Twitter zu verfolgen, sogar einige mehr als diese zu entfolgen. Warum ich dann – im Verhältnis – so wenigen Menschen folge? Das frage ich mich gerade auch und werde in Zukunft ändern. Ihr findet mich dann auf Twitter. Punkte 1 bis 7 abarbeiten. :)

CU there

monsi

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Twitter ist mehr – meine morgendliche Orientierungshilfe in (meiner kleinen) Welt #twitterlektionen


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Guten Morgen Timeline, der Kaffee ist auch schon fertig.

Ja. Ich gebe es zu. Ich bin eine der Sorte, die morgens als erstes nach dem Einschenken meines goldbraunen Wach-Elexiers das kleine MacBook Air aus seiner Nachtruhe entlässt und sich auf Twitter versichert, dass ihre  Welt noch da und in Ordnung ist. Einen kleinen zweiten und dritten Blick werfe ich (zugegebenermaßen auch) noch in meine beiden Haupt-E-Mail-Inboxen, die nicht wie ehemals in privat und beruflich getrennt, … eigentlich könnte ich diese in eine große zusammenwerfen, aber das ist eine andere Geschichte.

Es ist 8.04 Uhr. Ein (ganz normaler) Abeitstag. Ich habe also schon geschaut.

Twitter als Orientierung und Verortung in Welt

Aber warum wirkt Twitter wie eine Vergewisserung, dass die Welt noch bzw. wie in Ordnung ist? Wie macht die Timeline das (mit mir)?

Meine Vermutung. Weil durch das längere (z.T. monate- und jahrelange) “Scannen” der kurzen Anmerkungen der Gegenüber so etwas wie – Konstanz/Beständigkeit – einkehrt/passiert. Wie das? Dies deshalb, da man zwar einen einzelnen Tweet (immer einmal) das erste Mal liest, dieser ist jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit von demjenigen, der diesen gepostet hat, nicht der erste. Will meinen über jeden vorherigen Tweet eines Twitter-Nutzers, den ich abboniert habe, festigt sich meine Vorstellung eines (seines – desjenigen der postet) Kontextes. Und damit wird sein Kontext zu einem Teil auch zu meinem.

Passt nun ein weiterer Tweet genau jenes Nutzers in den von mir zuvor mit hergestellten Kontext… bekomme ich das Gefühl die (oder zumindest meine) Welt sei (noch) in Ordnung.

Beispiel gefällig?

Kennt ihr diese 5 Sekunden nach dem Aufwachen, in denen einem klar wird.. “wer bin ich eigentlich und wo bin ich gerade?”… wahrscheinlich vergleichbar mit dem Hochfahren des PCs ;) … das geht (meistens) noch ziemlich wie von selbst. Im Zweifel einfach ein bisschen (ab-)warten.

Mit der Verortung in der Woche ist man aber dann und wann schon auf eine externe Quelle angewiesen. Und hier setzt Twitter ein. (M)Ein Beispiel just von heute.

O.k., auch wenn mir das jetzt nicht passen sollte, ich hab’s verstanden. Es ist Montag. Ich akzeptiere. Ich schaue mich weiter um. Oh. Ich werde angesprochen.

Flugs gebe ich über Re-Tweet den Gruß zurück und weiter. Setze mich für einen Moment mit meinem Kaffe zu Tina auf den Balkon.

Ich erfahre so nebenbei, dass @anachorete gerade (wie als digitale Nomadin eigentlich immer) unterwegs ist… und die entsprechende Infrastruktur bei uns in D eigentlich immer noch nicht für solch einen Lebensstil ausgebaut. Ich bewundere sie ob Ihres Durchhaltevermögens und ihrer Fähigkeiten, sich dennoch zu behelfen…, bin aber (Egoist wie ich bin) froh, dass ich auf Tinas Balkon W-LAN habe.

So. Und jetzt bin ich bereit für die Welt.

Was gab’s so am Wochenende? Hab’ ich da was verpasst? / Und was gibt’s sonst so Neues?
… zehn zwölf Hinweisen gehe ich kurz nach, “bookmarke” mir längere Texte für später, verwerfe andere Quellen ganz, ärgere mich, dass ich beim #l3t Workshop nicht dabei gewesen bin.
Nun ja, erfreue ich mich an dem, was nachlesbar (z.B. hier und hier).

… ah. Und hier hat Benedikt was zum Mainstream geschrieben, Ilona hat dort einen CfP zu “Networked Identities – an Open Book Project” gepostet (ja! Da reich’ ich doch glatt was ein!), genau, den Artikel hatte ich mir schon gestern vorgemerkt zu lesen, … das tue ich jetzt auch mal. Also twittert nur schön weiter, ich bilde mich gerade jetzt und gerade mal weiter.

Mein Geist ist mittlerweile angeregt und auf Touren gekommen. Just in diesem Moment fällt mir ein, dass ich ja auch noch arbeiten muss. Beschwingt und versichert, dass alles gut (oder zumindest wie immer) ist, schwinge ich mich auf mein Rad, um motiviert meinem Tagwerk nachzugehen.

Ich seh’ euch dann dort. ;)

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Immer wieder ausgehandelt: Nähe und Distanz im Social Web


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Kennt ihr das? Ihr seid irgendwo, seht eine Person, zum ersten Mal. Und dennoch ist Dir die Person vertraut, kennst deren Humor, kleine Blitzlichter aus dessen Leben, Denken, Freuen. Und jedesmal wenn ich so jemanden aus meiner Timeline, den oder die ich mag, erstmals persönlich kennenlerne freue ich mich, dass ich den oder die dann auch “wirklich” mag.

Warum mag ich (man?) Menschen überhaupt?

Mögen tue ich jemanden, wenn ich mich ihm näher fühle als jemand anderem, näher komme ich jemanden, indem ich etwas über dessen Sein erfahre, indem ich kommuniziere und interagiere. Und das Gegenüber und mich dabei in Ordnung finde. Indem ich Zeit mit jemandem verbringe. Zumindest ist das nonline bei mir so.

Wie aber stellen wir Nähe und Distanz online her? Wie reagiert man auf gefühlte Grenzüberschreitungen, wenn wir keine Möglichkeit haben, unseren Körper einzusetzen? Das finde ich einen äußerst spannende Fragenkomplex, zu dem ich mir in Zukunft ein paar mehr Gedanken (und Beobachtungen) machen möchte. Meine Prämissen zur Entstehung von Nähe (z.B. auf Twitter) online.

Nähe durch reine Rezeption

Allein, dass ich etwas über mein Gegenüber erfahre. Nicht einmal, zweimal, viele Male verteilt auf viele Tweets. Sowohl die Details, die offensichtlich sind, als auch solche, die eben gleichsam nebenbei oder unter der eigentlichen Nachricht liegen, mittransportiert werden.

Nicht nur, wie jemand ist, sondern auch wie sie ißt, lässt sich da (über Kommentare und Links) – und nur als Beispiel hergenommen – erfahren.

Nähe durch Bezugnahme

Jemand antwortet auf einen Tweet. Dabei ist es gleichgültig, ob dabei Übereinstimmung oder das genaue Gegenteil, oder gar eine Ergänzung, eine andere Perspektive eingebracht wird. Es ist das Bezugnehmen, dass jemand meine 140 Zeichen beachtet, gelesen, ja sie so wichtig genommen, dass darauf Bezug genommen. Das aneinander Anknüpften knüpft an dem Bande, das man Beziehung nennt, mit.

Nähe durch Zitieren

Oder re-tweeten. Über die verschiedenen Arten zu re-tweeten, habe mich ja schon an anderer Stelle ausführlich ausgelassen. Nehmen ich nun wahr, dass ich – in welcher Form auch immer – re-tweetet wurde und schaue mir die Art und Weise an, wie der oder die dies getan hat, so sagt genau das wieder über mein Gegenüber eine ganze Menge aus. Ob er oder sie in diesem Falle mit der gemachten Aussage/dem Tweet übereinstimmt. Oder gerade nicht. Wie er oder sie sich dazu positioniert. Warum genau dieser für mein Gegenüber so interessant, dass der Tweet wiederum an die eigenen Follower weitergegeben wird.

Nähe durch gleiche Interessengebiete

Man dächte ja, man möge Menschen, die ganz andere Hobbies, Leidenschaften, Interessensgebiete haben. Macht man auch. Aber man mag anscheinend noch mehr die, die sich im gleichen Feld bewegen. Warum? Vielleicht, weil man mit diesen “verkürzter” kommunzieren kann. Vielleicht weil man über diese noch tiefer, weil über noch andere Details ins eigene Interessengebiet eintauchen kann. Vielleicht auch einfach nur, weil man glaubt, wenn sich noch jemand für das Gleiche interessiert, das eigene Themengebiet dadurch “relevanter” wird?

Und falls jetzt jemand unter euch liest, dessen Interessengebiet Vorgeschriebenes kreuzt, der möge mir seine Gedanken dazu, vielleicht hilfreiche Links und Lektüre schenken, … das würde mich Dir ein ganzes Stück näher bringen ;) .

 

P.S.:

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Die Kunst des Re-Tweetens


Gestern habe ich es getan. Und vorgestern sogar mehrmals. Nun ja, es passiert manchmal halt einfach so. Man ist unterwegs, liest einen einfach guten Tweet … der Finger zuckt, getan. Spontan.  Auf diese kleinen unauffälligen Pfeilchen “getoucht”… und schwupps (oder #fupp heisst es zurzeit?) … “Der Tweet wurde an Deine xy Follower re-tweetet” [aus dem Gedächtnis zitiert; überprüfen!]… so oder so ähnlich textet Twitter einem als automatisierte Antwort entgegen. Entspannt lehnt man sich zurück, schaut sich den Tweet gleichsam als Wiederholung in der eigenen Timeline an. So einfach, … eine kleine Berührung. Das war nicht immer so.

Die Technik des Re-Tweetens – früher und heute
Das Re-Tweeten ist keine – wie man gern glauben möchte – Erfindung von Twitter. Sondern vielmehr eine sich entwickelt habende Praxis seiner Nutzer. Wenn man einen Tweet – in Gänze oder zum Teil – wiederholen wollte/will, so
1) kopiert man den fraglichen Text
2) Antwortet auf das Original, so dass ein @-Username erscheint
3) setzt ein RT (für Re-Tweet) davor
4) fügt den fraglichen Text wieder ein [hier könnte jetzt Schluss sein]
5) und gibt evtl. noch seinen eigenen “Senf” dazu.

Mit Twitter verhält es sich also offensichtlich wie mit allem in unserem Leben: Es wird komfortabler, aber dadurch auch komplexer. (Will meinen, so einfach es ist, auf den Re-Tweet Button zu drücken, der die oben genannten 4-5 Schritte (sozialer Prozess, der angeeignet werden musste) ersetzt, so überfüllter und unübersichtlicher mit noch und noch einer Funktion erscheint die Plattform nach und nach für die Neueinsteigerin.)

Re-Tweeten, was ist das überhaupt
Spätestens jetzt wissen wir zwar, wie es geht, dieses Re-Tweeten, aber was machen wir da überhaupt? Welchen Sinn soll das haben, wenn man ein RT davorsetzt oder auf die dunkelroten Pfeilchen drückt?
Im Grunde betreibt man das gute alte Zitieren. Auf die Pfeilchen zu drücken bzw. das Original unverändert zu lassen vergleichbar mit dem wörtlichen Zitieren, mit Senf garniert eher dem “vgl.”/Paraphrasieren/in den eigenen Kontext stellen angelehnt. “The Art of Re-Tweeting” ist also eine Kunst des angemessenen Zitierens.

Der unterschätzte Re-Tweet
Retweets werden, wenn z.B. Tweets zu einer Veranstaltung oder zu einem bestimmten #Hashtag ausgewertet werden, aus den Datensätzen für wissenschaftliche Untersuchungen zumeist rausgenommen. [Hier noch Beispiele einfügen.] Das finde ich nicht richtig. Obwohl es die Auswertung der Daten natürlich um einiges einfacher macht. Nicht richtig finde ich es, da – wie oben dargestellt – Re-Tweet nicht gleich Re-Tweet ist,… und das Re-Tweeten aus Gründen geschieht, oft auch mit Folgen.

Re-Tweeten – von Gründen und Folgen
Warum re-tweete ich? Frage ich mich gerade im Zug nach Berlin sitzend und an meiner kalt gewordenen Tasse Kaffee nippend. Ich denke etweder, weil ich einen Text in 140 Zeichen (aus welchen Gründen auch immer) bemerkenswert finde. So bemerkenswert, dass ich seine Reichweite zu erhöhen helfen möchte. Oder aber, weil ein Text sich mit einer Thematik befasst, die (wieder aus welchen Gründen auch immer) für mich relevant ist. Und ich mich dazu positionieren möchte.
Als Folge folgen mir gelegentlich die Verfasser, manchmal entwickelt sich auch ein weiter- und tiefergehender Austausch daraus. Zum Beispiel weiter und tiefer im Blog.

Wo ich euch jetzt auch gleich via Twitter hinlocken möchte, damit ihr folgende Frage beantwortet…

Warum re-tweetest DU?

P.S.: Und den Auf-Blog-anlock-Tweet auch schön re-tweeten, ja?

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Vorgedanken zur #rp12 zu OpenScience; hier: Lehre – öffentlich –


Ich habe ja, so habt ihr sicherlich schon über die verschiedenen von mir “bespielten” Kanäle mitbekommen (weil ich SO stolz drauf bin) das Glück, Teil einer Session auf der re:publica sein zu dürfen, und zwar der zum Thema Open Science: Raus aus dem Elfenbeinturm! Forschung und Lehre zum Mitmachen (Track: re:learn). Die anderen “Mitspieler” sind Oliver Tacke – der Organisator des Ganzen, dann Matthias Fromm und last but not least der von mir hochgeschätzte Volkmar Langer. Matthias hat sich hier schon einmal Gedanken zu seiner Position gemacht, Oliver dort und Volkmar da, dem möchte ich nun in Bezug auf die meinige, hier insbesondere bezogen auf die Lehre, nachkommen.

Da ich für meinen Input ca. 10 Minuten zur Verfügung haben werde, muss ich mich kurz fassen und zügig auf den Punkt kommen. Was gibt es von meiner Seite aus zu sagen, über Lehre – öffentlich?

[Exkurs: Zur Begriffsverwendung/Begriffsdefinition wird es nochmals einen eigenen Post geben (müssen). Denn "open science" ist mehr als "öffentliche Lehre", dieser Aspekt des Ganzen ist jedoch jener, auf den ich mit meinem Input abzielen werde. ]

TEIL 1: Der derzeitige Inbegriff von öffentlicher Lehre für mich: der MOOC

Hm. Interessant wäre vorab zu wissen, wer alles weiss, was ein MOOC ist, von den Zuhörern/Zuhörerinnen und späteren Mitdiskutanten. Am liebste würde ich allen schon einmal vorab, die es nicht wissen, folgendes YouTube-Filmchen als Hausaufgabe aufgeben. (Ihr seht schon, an mir ist doch eine dieser verhärmten Lehrerinnen verloren gegangen ;) ).

Ein was? Ein MOOC? Das ultimative Erklär-Video

[OoU]

Alternativ in kurz und knapp von mir beschrieben

  • MOOC => Massive Open Online Course
  • kostet nix, frei zugänglich, online
  • Angebot des Veranstalters: Oberthema, Ablaufplan/Taktung, Inhaltsinput (Online Ressourcen), (teilw.) “technische Infrastruktur”
  • Aufgabe der Teilnehmer: Beziehungsaufbau, Weiterverarbeitung des Inputs und dadurch Generierung und Mitaufbau eines sozialen Lernraumes (Inhalte & Beziehung) oder frei nach Downes & Siemens bezogen auf das Tun: ORIENTIEREN -> ORDNEN -> BEITRAGEN -> TEILEN.

Zu theoretisch? …. Dann hier an einem konkreten Beispiel, dem #opco11.

Der #opco11 als ein Bespiel für einen MOOC

  • Veranstalter -> Uni Frankfurt (studium digitale) und weiterbildungsblog.de
  • Angebote des Veranstalters
    • Agenda
    • Inhaltsinput, siehe z.B. Lektürevorschläge für die Woche 2 hier
    • Online-Sessions (mittwochs) (via AdobeConnect), beispielhaft ebenso für die Woche 2 unter dem Punkt Online-Event
    • Montägliche Einstimmungs aufs Wochenthema via Blog-Post
    • Aggregation von entsprechend getaggten Blogbeiträgen und entsprechend getaggten Tweets, beispielhaft zu sehen hier
    • Freitäglicher Newsletter
  • Beipielhafte Aktivitäten der Teilnehmer hier (z.B. Twibbon, Etherpads, Tricider, Audioboo, Wiki,…)
  • Beispiele für sonstige Folgen und Nebenwirkungen: Freundschaften und Jobs.

TEIL 2: Blend: Der MOOC in der Wissenschaft (hier: der Lehre) am Beispiel des #ocwl11

Beim #ocwl11 handelt es sich nun um den Versuch eines Blending von MOOC und Universitätsseminar. Die gleichsam geniale Idee, die m.E. wesentlich zum Funktionieren beigetragen hat, war das Einführen der Rolle der “Paten”.

TEIL 3: Probleme? Nein. Aber Herausforderungen; oder auf wissenschaftlich: Antagonismen

Die Adaption eines MOOCs in das institutionelle Umfeld Universität war – gelinde gesprochen eine Herausforderung. Diese haben Johannes, Volkmar und ich in einem englischen Beitrag reflektiert; dieser befindet sich jedoch noch im Reviewverfahren, ich werde die URL jedoch sobald verfügbar an dieser Stelle nachreichen. Hier schon einmal vorab die fünf Antagonismen, die es im Laufe des Blends auszugleichen galt, in Englisch, wie der Originaltext.

  1. self-regulated vs. scripted learning
  2. creative chaos vs. need for structure
  3. established community of practice vs. time-limited learning group
  4. supposed digital natives vs. residents
  5. offline vs. online

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